Die Rechte der Kinder sind es wert

17-Jähriger engagiert sich für Kinderhilfswerk Unicef

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Jan Schumacher aus Jügesheim macht sich für die Rechte der Kinder stark.

Jügesheim - Er geht zur Schule, macht Musik und engagiert sich für Kinderrechte: Jan Schumacher aus Jügesheim ist einer von zwölf Juniorbeiräten von Unicef Deutschland. Von Ekkehard Wolf

Seit zwei Jahren arbeitet der 17-Jährige im Frankfurter Juniorteam des Kinderhilfswerks mit. Am „Red Hand Day“ sammelte die Gruppe an einer Schule rote Handabdrücke als Protest gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten in anderen Ländern. Auf dem Gartenfest in Hanau verkaufte sie Grußkarten. Am Goetheplatz präsentierte sie die neue Kampagne „Letzte Chance für eine Kindheit“, die auf die seelische Not von Flüchtlingskindern aufmerksam macht. Der junge Jügesheimer hatte sich Unicef bewusst ausgesucht. „Ich hatte sowieso überlegt, mich zu engagieren“, erzählt er. „Zuerst habe ich mich über Tierschutz und Naturschutz informiert. Dann kam ich auf die Kinderrechte. Das ist eine sehr große Community, in der sich viele engagieren. Da wollte ich ein Teil davon sein.“

Bewusstsein schaffen nennt Jan Schumacher als wichtiges Ziel: „Ich möchte, dass den Menschen bewusst wird, welche Rechte Kinder haben. Die Kinderrechtskonvention sollte jeder schon mal durchgelesen haben.“ Für Kinderrechte wirbt die Organisation auf allen Ebenen, vom Schulkind bis zum Politiker. „In den Grundschulen halten wir Kinderrechtsstunden“, erzählt der 17-Jährige. „Viele von uns haben auch schon mit der Bundeskanzlerin gesprochen oder waren zum Sommerfest des Bundespräsidenten eingeladen. Das ist auch mein Ziel, dass ich mit Politikern in Austausch treten kann.“

Einer Einladung nach Berlin ist Jan Schumacher jetzt einen Schritt näher gekommen. Als im Juni zum zweiten Mal der bundesweite Juniorbeirat gewählt wurde, kandidierte er für einen der zwölf Sitze – und wurde prompt gewählt. Der Beirat soll Unicef Deutschland bei Aktionen und Projekten für junge Menschen beraten. Eigene Ideen sollen der Organisation helfen, Kinder und Jugendliche noch besser zu erreichen. Neben dieser eher theoretischen Tätigkeit will der Schüler weiterhin im Frankfurter Juniorteam mitarbeiten. Die Gruppe plant unter anderem Sponsorenläufe und ein Benefizkonzert für das Kinderhilfswerk. Jan Schumacher betreut die Seite des Juniorteams im Internetdienst Instagram: „Facebook ist nicht mehr so angesagt.“

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Nächstes Jahr will der Unicef-Aktivist sein Abitur am Wirtschaftsgymnasium der Georg-Kerschensteiner-Schule in Obertshausen machen. Seine Pläne für die Zeit danach: „Nach dem Abi will ich ins Ausland gehen – erst mal etwas Soziales, dann ein Praktikum in Richtung Finance oder Controlling.“ Ein Wirtschaftsstudium soll sich anschließen. Für die Zukunft denkt er an eine ehrenamtliche Mitarbeit im Naturschutzbund oder bei Voices of Youth. Vielleicht bewirbt er sich auch für den UN-Jugendgipfel. Jan Schumacher ist überzeugt: „Man kann viel erreichen, wenn man sich reinhängt und mit Eifer dabei ist.“

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