Im Baugebiet Hainhausen-West werden demnächst die ersten Rohre verlegt

Bagger am Brötchenweg

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An einem eigens aufgeschütteten Spargeldamm zelebrierten Stadt, HLG und Baufirma den ersten Spatenstich.

Hainhausen - Die Bagger können kommen: Das Neubaugebiet Hainhausen-West (H 17) wird für die Bebauung vorbereitet. Die Firma Bickhardt Bau verlegt Rohre und baut Straßen. In dem 11,9 Hektar großen Gebiet sollen Wohnungen für 600 bis 800 Menschen entstehen.

Beim ersten Spatenstich am Donnerstag bezeichnete Bürgermeister Jürgen Hoffmann das Neubaugebiet als „eine Vervollständigung des Stadtteils Hainhausen“. Er erinnerte an die 900-Jahr-Feier, die auf diesen Wiesen stattfand. Durch den für Autos gesperrten Feldweg („Brötchenweg“) sei Rodgau bundesweit in den Schlagzeilen gewesen. Dass sich immer noch nicht alle Autofahrer an das Fahrverbot halten, wurde während der Ansprachen deutlich, als ein Mercedesfahrer Durchlass begehrte. Er musste im Schritttempo zur Brüder-Grimm-Straße zurücksetzen. Hainhausen-West ist nach Jügesheim (J 41) das zweite Baugebiet, bei dem die Stadt Rodgau mit der Hessischen Landgesellschaft mbH (HLG) zusammenarbeitet. Die HLG ist eine staatliche Treuhandstelle für ländliche Bodenordnung. Sie kauft Grundstücke an, betreibt die Umlegung, sorgt für die Erschließung und verkauft die Bauplätze. Für die Stadt hat das den Vorteil, dass sie sich nicht zusätzlich verschulden muss, um ein Neubaugebiet zu erschließen. Das übernimmt die HLG. In Hainhausen-West geht es um 11,6 Millionen Euro, je zur Hälfte für Grunderwerb und Erschließung.

Die Hessische Landgesellschaft ist derzeit Haupteigentümerin im Gebiet H 17. Nach der Erschließung gibt es rund 100 Bauplätze mit zusammen 70.000 Quadratmetern. Davon sind etwa 30 000 Quadratmeter in privatem Eigentum geblieben. Etwa 65 Bauplätze verkauft die HLG vorwiegend an private Bauherren zum Bau von Eigenheimen. Die Nachfrage ist groß: Fast 400 Kaufinteressenten haben sich gemeldet. „Die Auswahlkriterien erarbeiten wir zurzeit“, sagt Holger Ullrich von der HLG. Im September wolle man allen Bewerbern die Auswahlkriterien nennen und einen Fragebogen zusenden. Der Preis für erschlossenes Bauland orientiere sich am Bodenrichtwert von 360 Euro/m².

Neben Bauplätzen für Einzel- oder Doppelhäuser zwischen 330 und 600 m² bietet die HLG auch vier Grundstücke mit 800 bis 1.500 m² für Mehrfamilienhäuser mit drei Vollgeschossen geben, die an den Zufahrten zum Wohngebiet liegen. Außerdem gibt es ein Grundstück von 3.000 m² für ein dreigeschossiges Seniorenwohnheim, das an einen Investor verkauft wird.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Das Baugebiet hat eine lange Vorgeschichte. 2008 beschloss das Stadtparlament, einen Bebauungsplan aufzustellen. Im Januar 2011 unterzeichneten Stadt und HLG den Vertrag zur Bodenbevorratung, Ende 2011 nahm die HLG Kontakt mit den Eigentümern auf. Anfang 2014, fast sechs Jahre nach dem ursprünglichen Beschluss, begann das Bebauungsplanverfahren; im Dezember 2015 wurde es abgeschlossen. Die Neuordnung der Grundstücke erfolgte im April 2016. Der Ortsbeirat Hainhausen beschäftigte sich intensiv mit dem Thema, die CDU hakte mehrfach nach. Einen eigenen Akzent setzte der Ortsbeirat bei den Straßennamen, zu denen auch eine Pfarrer-Sely-Straße gehört.

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