Kunstinstallation „Naturkultur“

Diebstahl überschattet Ausstellung im Wald 

Rodgau - Ein Diebstahl überschattet die ausgezeichnet besuchte Kunstinstallation „Naturkultur“ im Nieder-Röder Wald. Gestern Morgen stellte Künstler Wolf Münninghoff aus der Pfalz beim Abbau den Verlust seiner Bildhauerarbeit „Sehen und gesehen werden“ fest.

Die gestohlene Steinmaske.

Die schwere Sandsteinplastik zeigt drei Gesichter, die gearbeitet sind wie Masken. Betrachter können ihre Köpfe hineinstecken. Initiator Gerd Steinle aus Dudenhofen ist geschockt und enttäuscht. „Die Skulptur muss jemand mit dem Auto abtransportiert haben. Sie ist viel zu schwer, um sie aus dem Wald zu tragen. Das ist für mich ganz schlimm.“ Die Polizei ermittelt. Bis einschließlich vergangenen Sonntag hatten sich mehr Gäste als in den Vorjahren an „Naturkultur“ erfreut. Die Veranstaltung sei – wie auch das Ausstellungsprojekt „Vaterland – Autopsie der Erinnerung“ in der ehemaligen Synagoge in Weiskirchen – „ein Glücksfall für Rodgau“ gewesen, lobte gestern Kulturdezernent Winno Sahm während der Magistratspressekonferenz.

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Sahm hatte bei der fünften Auflage von „Naturkultur“ in zehn Jahren zwei Führungen übernommen und die Eröffnung der Aktion von Künstler Gerd Steinle und Försterin Iris Husermann begleitet. Die Vernissage (100 Gäste) und auch seine Führungen (30 und 18 Teilnehmer) seien stärker besucht gewesen als je zuvor. Sahm begleitet das Projekt seit 2010 ehrenamtlich. Aufgefallen sei ihm, dass viele Besucher diesmal nicht aus Rodgau, sondern zum Beispiel aus Rödermark und Dietzenbach den Weg zu den mehr als 30 Ausstellern auf dem Waldkunstpfad gefunden hätten. Die „Kombination aus Schlendern und launiger Kunstbetrachtung“ komme beim Publikum offenbar an. „Naturkultur“ sei in nun zehn Jahren zum „tragenden Bestandteil der Sommerkultur in Rodgau“ geworden.

Gerd Steinle berichtet von einer „überragenden Resonanz“ auf die 39 Kunststationen. Auf die Vielzahl der Besucher deute die große Anzahl schriftlicher Anregungen und Kommentare hin, die in einem Briefkasten auf dem Ausstellungsgelände landeten. Noch während des Abbaus am Montag und gestern Morgen seien Besucher gekommen. „Leider zu spät.“ Ihn persönlich hätten Anrufe mit der dringlichen Bitte um eine Verlängerung der Schau erreicht. bp

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