Erfolge im Breitensport

TSV Dudenhofen: Die Kameradschaft motiviert

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Der eine Veteran, der andere neu in der Verantwortung: Rüdiger Vogel (rechts) und Marius Garnatz (links) sind stolz auf die Erfolge und den Zusammenhalt im TSV.

Dudenhofen -  Der Ball ist rund, gehört ins Eckige und das möglichst oft binnen 90 Minuten. Das haben vor 100 Jahren schon die ersten Kicker in Dudenhofen gewusst. Der TSV feiert dieses denkwürdige Fußballjubiläum am Wochenende mit einem großen Zeltfest.

In 100 Jahren hat sich rund um den Fußball vieles geändert – auch beim TSV Dudenhofen, der am Pfingstwochenende die volle Dekade feiern will. Rüdiger Vogel (69) hat viel davon erlebt und mitgestaltet, Marius Garnatz (24) steigt als neuer Jugendleiter gerade in die Verantwortung ein. Im Gespräch mit unserer Zeitung sind sie sich einig: Vereinsfußball hat es zunehmend schwer – und wird dabei immer wichtiger. Denn der Fußballplatz ist aus Sicht von Garnatz, als aktiver Stammspieler kürzlich in den Abteilungsvorstand gewählt, einer der wenigen Orte, wo Kinder und Jugendliche noch zusammen kommen. „Es wird immer schwerer, die Kids aus den Häusern zu holen“, sagt er und denkt an die eigene Jugend zurück: „Im Alter von zehn bis 14 waren wir im Sommer ständig draußen“. Inzwischen sei es „schon ein Erfolg, wenn Eltern ihre Kinder zu uns auf den Fußballplatz schicken“.

Daten zum großen Fest rund um 100 Jahre Fußball 

Rüdiger Vogel, 1975 aus Mainz nach Dudenhofen gekommen, seither beim TSV unter anderem Abteilungsleiter, Jugendtrainer und aktuell noch Betreuer der Bambini, kennt ganz andere Probleme: „Es gab den Platz und nur einen einzigen Ball“, erinnert er sich an seine Jugendzeit bei Mainz 05. Traten andere das Leder, habe der Nachwuchs mit einem Knäuel aus Zeitungspapier gekickt. „Fußball war damals robuster, mehr á la Felix Magath mit Medizinbällen fürs Krafttraining“. Für ausgefeiltes Training habe die Ausrüstung gefehlt, ganz zu schweigen von den detaillierten Trainingsplänen, die heute im Internet greifbar seien. Dem gegenüber sieht sich Marius Garnatz unter anderem mit wachsenden Ansprüchen der Eltern beim Gesundheitsschutz für ihre Kinder und mit veränderten Erwartungen der jungen Spieler konfrontiert. Galt es für Vogel noch, die Jugendlichen zu motivieren, von schlechten Gewohnheiten abzubringen und „auf Trab zu halten“, sind die Schützlinge des neuen Jugendleiters nach dessen Erfahrung „meist sehr leistungsbewusst und wollen gefordert werden“. Bieten will er ein Konzept für alle Altersgruppen, „in das sich alle einbringen können. Dabei sollen alle Spaß haben. Wir sind ja in erster Linie ein Breitensportverein.“

Diesen Kurs fährt der TSV laut Vogel und Garnatz bewusst und hat auch Erfolg damit. „Der Zusammenhalt ist bei unseren jungen Leuten sehr ausgeprägt“, sagt Vogel. „Je älter sie werden, desto stärker“. Im vergangenen Jahr sei eine Zweite Mannschaft aufgestiegen, die ausschließlich aus der eigenen Jugend gekommen sei. „Das habe ich bei anderen Vereinen so nicht gesehen“, bestätigt Garnatz. Aufgewachsen in Dietzenbach, habe ihn als Schüler in Dudenhofen nach längerer Fußball-Abstinenz die Kameradschaft beim TSV zum Einstieg in dessen A-Jugend motiviert.

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Das Wir-Gefühl in ihrem Verein schätzen der Veteran wie der Newcomer als Gegengewicht zu einem Amateur-Spielbetrieb, der sich nach Garnatz‘ Wahrnehmung den Profi-Bräuchen angleicht und immer schnelllebiger wird: „Schon in den Kreisklassen wechseln Spieler dauernd den Verein, spielen jede Saison woanders.“ Zwar bringe auch der TSV „kaum einen von den Bambini bis zu den Aktiven durch“, räumt Vogel ein. Vor allem leistungsstarke Spieler fänden aber nach ambitionierten Ausflügen in höhere Klassen wieder zum Verein zurück und blieben dann dauerhaft.

Nicht zuletzt bringt personelle Stabilität aus seiner Sicht auch sportlichen Erfolg. „Die letzte Saison war die erfolgreichste der Vereinsgeschichte“, sekundiert Garnatz selbstbewusst: Erste Mannschaft auf Platz vier in der Kreisoberliga, Zweite in die A-Liga aufgestiegen, die Dritte immerhin in der Relegation. Erfolg sehen beide als Schlüssel, dem Fußball künftig Nachwuchs zu sichern – in zunehmender Abhängigkeit von den „Großen“ im Geschäft: „Wenn Bayern die Championsleague gewinnt oder die deutsche Mannschaft bei der EM weit kommt, gibt das bei uns einen Schub“, sagt Vogel.

Bilder: Präsentation der Einrad-Küren des TSV Dudenhofen

rdk

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