Emmaus-Rennen bringt Geld für Gemeindepädagogen

Turbo-Strömung treibt Enten voran

+
Kleine wie große Zuschauer bangten um ihre persönlichen Rennenten. Zwei Konfirmandinnen begleiteten den quietschgelben Pulk ohne Rücksicht auf die Höhe ihrer Gummistiefel und passten auf, dass kein Starter im Gras der Böschung hängen blieb.

Jügesheim - Schnell wie schon lange nicht mehr trieben unzählige Plastikenten gestern Mittag die Rodau runter. Die Regenmassen der vergangenen Wochen hatten den Bach in eine Hochgeschwindigkeitspiste verwandelt.

Zum elften Mal schwammen gestern die Enten um die Wette. Die evangelische Emmausgemeinde feierte ihr Sommerfest im Park an der Rodau, und dessen Herzstück ist das große Entenrennen. Das Prinzip ist ganz einfach: Man kauft zum Stückpreis von 2,50 Euro eins oder mehrere Plastiktierchen, merkt sich seine Nummer und hofft, dass es zu den 25 Schnellsten der vier Vorläufe gehört. Die Praxis ist weit komplizierter. Persönliche Verzierungen steigern den Wiedererkennungswert - gut fürs Anfeuern -, erhöhen aber den Schwerpunkt - schlecht für die Schwimmstabilität. Und dann diskutierten erfahrene Ententrainer vehement über den richtigen Vorlauf. Ist der Teilnehmer-Waschkorb nämlich zu voll, schmälert die große Konkurrenz die Chance aufs Weiterkommen.

Das Emmaus-Entenrennen ist mehr als ein lustiger und spannender Wettkampf. Die Jügesheimer Protestanten müssen die Hälfte der Personalkosten für ihren Gemeindepädagogen Ralph Stricker aus eigener Kasse bezahlen. „Mit allen Abgaben beträgt unser Anteil pro Jahr rund 30.000 Euro“, macht Pfarrer Axel Mittelstädt die Dimensionen klar. Und weil bekanntlich auch Kleinvieh Mist macht, war gestern jede einzelne Ente willkommen. Rund 100 Helfer aus der Gemeinde und ähnlich viele Akteure auf der Bühne sorgen für einen abwechslungsreichen Renntag. (lö)

Entenrennen in der Rodau in Jügesheim: Fotos

Kommentare