Feuerwehr pumpt fast 200 Keller aus

Nach Blitzeinschlag: Haus brennt nieder

Rodgau - Das Unwetter der vergangenen Nacht hält die Feuerwehr auch jetzt noch in Atem. „Im Moment ist kein Ende in Sicht“, sagte Stadtbrandinspektor Andreas Winter um 11. 15 Uhr. Die Zahl der Einsätze hat die 190 überschritten.

Seit Mitternacht sind die Feuerwehrleute pausenlos im Einsatz. Die Unwetterbilanz fasst Winter in einem Wort zusammen: „katastrophal“. Einsatzkräfte aus Rödermark, Langen, Mühlheim, Hainburg und Mainhausen unterstützten die Feuerwehr Rodgau. Zu Spitzenzeiten waren 150 Helfer gleichzeitig im Einsatz.

Ein Wohnhaus an der Heinrich-Böll-Straße ist nach einem Blitzschlag abgebrannt. Die Bewohner kamen bei Verwandten unter. Der Blitz hatte zunächst den Dachstuhl in Brand gesetzt. Nach dem Feueralarm um 0.26 Uhr waren die Einsatzkräfte bis gegen 7 Uhr mit den Löscharbeiten beschäftigt. Sogar die Freiwillige Feuerwehr Eppertshausen half mit, weil in Rodgau nichts mehr ging.

Die knapp 200 Einsätze nach einem Unwetter sind für die Feuerwehr Rodgau ein traurige Rekord. „So schlimm hatten wir es noch nie“, sagt Stadtbrandinspektor Winter. Selbst nach schweren Unwettern seien selten mehr als 100 Einsätze angefallen. Der Schwerpunkt lag diesmal in Weiskirchen. Allein dort standen und stehen weit mehr als 100 Keller unter Wasser. Sie werden Zug um Zug ausgepumpt. Das dauert pro Keller etwa eine Stunde. Je nach Personalstärke kann die Feuerwehr bis zu 30 Keller gleichzeitig auspumpen.

Brände und Überschwemmungen nach Gewitter (mit Leserbildern)

Besonders betroffen ist das Wohngebiet östlich der Bundesstraße 45. In manchen Straßenzügen sei praktisch jeder Keller nass, berichtet der Stadtbrandinspektor. Das Wasser stand in den Kellern meist zwischen vier und 20 Zentimetern hoch. Aus Ablaufschächten, Duschen und Toiletten drückte das Abwasser nach oben. An einigen Häusern wurde die Lage durch eindringendes Oberflächenwasser verschärft.

Auch in anderen Teilen Hessens kam es zu Schäden in Folge des Unwetters. (eh)

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