Forstwirtschaft im Stadtwald zweifach zertifiziert

Holz aus Rodgau mit gutem Gewissen

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Die nachhaltige Forstwirtschaft im Rodgauer Stadtwald ist nach den Standards PEFC und FSC zertifiziert. Das Archivbild zeigt Revierförster Bernhard Gerstner im Sommer letzten Jahres bei einer Waldbegehung des Umweltausschuss in der Nähe von Weiskirchen.

Rodgau - Aus dem Stadtwald Rodgau kommt Holz mit gutem Gewissen. Die Siegel PEFC und FSC bescheinigen dem Forstbetrieb eine nachhaltige Arbeitsweise. Die Zahlen bestätigen: Im Stadtwald wächst mehr Holz nach als jährlich gefällt wird.

„Verpflichtung für Generationen“ ist nicht nur der Wahlspruch des Landesbetriebs Hessen-Forst. Eine nachhaltige Forstwirtschaft ist auch der Stadt Rodgau wichtig. Deshalb lässt sie ihren Stadtwald von zwei unabhängigen Zertifizierungsinstanzen kontrollieren - etwa so, als würde ein Auto erst vom TÜV und dann noch von der Dekra geprüft.Die jüngste Kontrolle fand am vergangenen Freitag statt. Forstsachverständiger Alfred Raunacker (Augsburg) bescheinigte den beiden Revierleitern Peter Bangert und Bernhard Gerstner eine ordnungsgemäße und nachhaltige Arbeit gemäß den PEFC-Richtlinien. Bereits seit Jahren darf der Stadtwald Rodgau das internationale PEFC-Siegel tragen. 70 Prozent des deutschen Waldes sind so zertifiziert. Spitzenreiter ist das Land Hessen mit 87 Prozent zertifizierter Waldfläche. Seit 2015 lässt die Stadt Rodgau ihren Wald zusätzlich nach dem FSC-Standard zertifizieren. Er geht in manchen Punkten über PEFC hinaus. Um das FSC-Siegel zu erhalten, müssen die Waldbesitzer einen Teil ihrer Waldfläche stilllegen. Dort soll sich die Natur ungestört entfalten.

Eine naturverträgliche Arbeitsweise ist bereits in den PEFC-Regeln vorgeschrieben. Die Waldbesitzer müssen Rücksicht auf gefährdete Tier- und Pflanzenarten nehmen, dürfen keine Pestizide verwenden und müssen beim Einsatz von Maschinen den Waldboden schonen. Kahlschläge sind verboten. Die Waldbesitzer sind auch gehalten, einen Mischwald aus standortgerechten Baumarten aufzubauen und einen Vorrat an Totholz im Wald liegen zu lassen.

Bei den turnusgemäßen Kontrollen werden Ökonomie, Ökologie und eine soziale Komponente bewertet. So auch am Freitag. Der Sachverständige prüfte zunächst im Forstamt die Dokumentation über Holzeinschlag und Verkauf, Pflege und Verjüngung. Auch draußen im Wald kontrollierte er stichprobenartig. Dabei ging es auch um das Wissen der städtischen Waldarbeiter über Unfallverhütungsvorschriften und Standardarbeitsverfahren sowie um die Erholungs- und Schutzfunktion des Waldes.

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Die Doppel-Zertifizierung des Stadtwaldes ist nicht nur ein Schritt auf dem Weg zum Umweltschutz, sondern zahlt sich auch für die Stadtkasse aus. Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft erzielt höhere Verkaufspreise. Der Wald ist für die Stadt schon seit Jahren kein Zuschussgeschäft mehr, sondern wirft seit 2009 einen Überschuss ab. Der aktuelle Zehn-Jahres-Plan für den Stadtwald kalkuliert den jährlichen Ertrag mit 619.000 Euro. Wenn man die Kosten abzieht, bleibt ein Betriebsergebnis von 40.000 Euro.

eh

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