Edelholzkönigin lässt Späne fliegen

Holzversteigerung lockt Besucher in hellen Scharen

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Edelholzkönigin Christina Woetzel kann zupacken. Beim Wettsägen mit Markus Dengler stellte sie vor vielen Zuschauern einen Rekord auf: In 13 Sekunden war der Stamm durchgesägt.

Dudenhofen - Jagdhörner erklingen, die Edelholzkönigin wird gekrönt, überall fallen Späne und das alles noch bevor die Holzversteigerung beginnt. Am Samstag lockte das bunte Treiben rund um die nostalgische Veranstaltung Besucher aus dem ganzen Umkreis an die Gänsbrüh. Von Sven Stripling 

Bereits ab 11 Uhr stand bei der 22. Holzversteigerung des Gesangvereins Germania einiges auf dem Programm. Die Jagdhornbläser der Weiß-Blauen Jagdgesellschaft unter Leitung von Egon Roth leiteten die Krönung der Edelholzkönigin Christina Woetzel ein. Ihre Rede zum Amtsantritt widmete sie Deutschlands Baum des Jahres, der Winterlinde. Mit dem sommergrünen Laubbaum, der bis zu 40 Meter hoch und 1000 Jahre alt werden kann, verknüpfte Christina Woetzel die eine oder andere romantische Erzählung.

Ein Line-Dance der „Boots ’n Buckles“ vom FC Germania Ober-Roden und ein Sägewettbewerb waren parallel an verschiedenen Schauplätzen auf dem Waldgelände zu bestaunen. Am Wettsägen nahmen die Edelholzkönigin, einige prominente Persönlichkeiten wie Bürgermeister Jürgen Hoffmann und Vereinsmitglieder teil. Auch ehemalige Edelholzköniginnen hatten erneut eine Chance, sich bei diesem Wettbewerb zu beweisen. Acht Teilnehmer traten jeweils zu zweit an. Gegen die Rekordzeit von Christina Woetzel und Markus Dengler konnte sich allerdings niemand behaupten. Nur 13 Sekunden benötigten die beiden, um einen Baumstamm durchzusägen. Markus Dengler wurde nach dem Erfolg zum Edelholzkönig ernannt. Er zählte aber wohl kaum zu der Kategorie „Laien“. Seinen Profistatus bewies er zusammen mit seinen Brüdern Karlheinz und Ralf Dengler, allesamt aus dem schwäbischen Widdern. Die drei zeigten eine eindrucksvolle Show rund um die Wettbewerbsdisziplinen des Timbersports, welcher seinen Ursprung in Kanada hat und grob gesagt Waldarbeiter mit ihren Fähigkeiten auf die sportliche Bühne bringt.

XL-Galerie: Holzversteigerung in Dudenhofen

Bei der aufregendsten Disziplin müssen die Sportler einen Baumstamm erklimmen, indem sie mit einer Axt Kerben in den Stamm hauen, ein Brett als Plattform einstecken und schließlich in luftiger Höhe die Spitze des Stammes zerschlagen. Auch die Vorführung der Profis mit lauten Kettensägen zog die Blicke der Besucher auf sich. Bei dieser Action war sogar der matschige Untergrund egal.

Auch zwischen den Vorführungen wurde es den Besuchern kaum langweilig. Dafür sorgten Oldtimer-Traktoren, ein Holzsägekünstler sowie Informationen über Kaminöfen und Motorsägen. Wer wollte, konnte auch selbst Hand an die Zweihandsäge legen. An der „Holzfällerbar“ gab es Hochprozentiges gegen die Kälte. Gegen 13 Uhr rief der Ortsdiener mit der Glocke zur Holzversteigerung. Früher wurden amtliche Bekanntmachungen tatsächlich im Ort ausgerufen. Aber damals hatte die Brennholzauktion auch noch eine andere Bedeutung.

Ein Förster leitete die Versteigerung, bei der 42 Raummeter Buchenholz angeboten wurden. Das Programm zuvor hatte Jürgen Resch moderiert. Die Band „Urig und Echt“ aus dem Odenwald rundete das Fest musikalisch ab.

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