Benefizkonzert am 19. April

Isabella Kohls initiiert Flüchtlingsprojekt „Bridges“

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Flüchtlinge und einheimische Musiker machen zusammen Musik und treten am 19. April beim Konzert in Frankfurt gemeinsam auf.

Dudenhofen - Musik ist eine Sprache, die keine Worte braucht. Deswegen ist sie wie gemacht, um sich mit den Menschen zu verständigen, die in jüngster Zeit aus aller Herren Länder nach Deutschland gekommen sind. Von Simone Weil 

Isabella Kohls und Julia Huk, haben das Projekt „Bridges“ ins Leben gerufen, das auch zeigen soll, dass die Flüchtlinge Talente haben. Gemeinsam mit den Flüchtlingen Musik zu machen, schien Isabella Kohls und Julia Huk eine gute Idee zu sein. Für die beiden Lehramtsstudentinnen spielen Melodien eine große Rolle. Julia Huk studiert Chemie und Musik, während sich Nathalie Kohls beruflich auf Chemie und Biologie konzentriert und sich in ihrer Freizeit als Klarinettistin und Dirigentin des Jugendorchesters Nieder-Roden und des Orchesters Intermezzo im Musikverein Nieder-Roden dem schönen Klang widmet.

Isabella Kohls aus Dudenhofen.

Die 26-Jährige Rodgauerin ist der Meinung, „dass oft vergessen wird, dass die Flüchtlinge Talente haben und dieselben Berufe gelernt haben wie wir.“ Mit Unterstützung der Frankfurter Schillerschule und der Musikhochschule stellten die beiden angehenden Pädagoginnen das Projekt „Bridges“ auf die Beine und luden zum Musizieren ein. Inzwischen haben sich 60 Menschen vom Teenager bis zum Rentenalter zusammengefunden, die Hälfte sind Flüchtlinge. Zwei Proben gab es bereits, noch immer gibt es neue Kontakte, aber nach der dritten Probe muss das Ensemble feststehen. Denn inzwischen existiert ein Termin im Frankfurter Sendesaal des hr für ein Benefizkonzert, bei dem das Ergebnis der Arbeit präsentiert werden soll: Dienstag, 19. April, 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten. Damit sollen Werbung und die Fahrtkosten zu den Proben gedeckt werden. Eintrittskarten können ab Mitte Februar unter www.bridges-musikverbindet.de reserviert werden. In kleinen Ensembles werden die Musiker orientalische Klänge spielen, einen Flamenco-Jazz-Mix sowie Popmusik präsentieren.

Die Konzert-Höhepunkte des Jahres in der Region

Begeistert ist Nathalie Kohls von den spannenden Begegnungen mit Musikern aus den verschiedensten Kulturen und der Vielzahl exotischer Instrumente, die sie mitbrachten: Rubab, Sitar, selbst Gebautes. Alle Teilnehmer haben die Studentinnen einzeln oder in kleinen Gruppen getroffen, um vorab zu sehen, wie die Verständigung klappt und was die Teilnehmer musikalisch im Gepäck haben.

Großartig finden es die Initiatorinnen, dass die Flüchtlinge beim Konzert zeigen können, „dass sie was draufhaben und nicht nur kommen und die Hand aufhalten“, wie Isabella Kohls sagt. Das bedeutet für sie auch, „den Flüchtlingen ein Gesicht zu geben.“ Unter ihnen sind auch Musiker wie Ustad aus Afghanistan, der in seinem Heimatland nicht nur sehr bekannt war, sondern auch viel Geld verdient haben soll.

Die jungen Frauen haben erfahren, dass die Menschen oft ein ganz normales Leben geführt haben, bevor es durch Krieg, Terror und Gewalt zerstört wurde. Die Organisatorinnen wissen, dass sie selbst nur großes Glück hatten, unter stabilen Umständen aufgewachsen zu sein und ihre Talente entfalten zu können. Deswegen nehmen sie die Arbeit rund um ihr Musikprojekt gern in Kauf – auch wenn Isabella Kohls bis zum Hals in der Vorbereitung für die Examensprüfung steckt.

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