60 Bleche verkauft: Traditionelle Leckerei lockt Fangemeinde

42. Keeskuchenfest am Bürgerhaus

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„Keeskuche“ für Dudenhofen: 60 große Bäckerbleche mit der lokalen Spezialität brachte der Frauenchor am Samstag unters Volk.

Dudenhofen - „De Keeskuche kimmt“ – kaum hat sich’s herumgesprochen, da sind die ersten Bleche auch schon leer. In der Schlange vor der langen Theke im Bürgerhausfoyer löst der traditionelle Ruf kaum Bewegung aus: Die meisten stehen schon lange an, um sich ihren Anteil an der ersten ofenfrischen Lage zu sichern.

Nach drei Stunden sind rund 1800 Portionen der Dudenhöfer Spezialität verkauft und größtenteils vertilgt. Größtenteils, denn längst nicht alle Besucher beim 42. Keeskuchenfest ließen sich am Samstag an Ort und Stelle zum genüsslichen Verzehr ihrer Beute nieder. Etliche strebten mit gefüllten Blechen oder Schüsseln in Richtung Heimat, wo die Familie, Nachbarn oder Freunde in hungriger Runde warteten. In Dudenhofen habe praktisch jeder im Kalender, wann der Frauenchor das Backhaus an der evangelischen Kirche einheize, weiß Rudolf Vogl. Als einer von drei Vorsitzenden des Männerchors, zu dem die singende Damenriege gehört, packte er am Samstag kräftig mit an, um Transport und Abverkauf von 60 großen Bäckerblechen möglichst reibungslos über die Bühne zu bringen.

Laut Vogl ist der „Keeskuche“ mit der jüngeren Geschichte des ältesten Dudenhöfer Vereins eng verbunden. Den Frauenchor, erzählt er, gebe es überhaupt nur seinetwegen: Auf den Fleiß ihrer Damen beim Keeskuchenfest seien die Männerchor-Sänger so stolz gewesen, dass sie ihnen einen gemeinsamen Ausflug spendierten. Danach, vor 40 Jahren, habe sich der Frauenchor gegründet. Kein Wunder also, dass sich die Sängerinnen unter ihrer Vorsitzenden Renate Albin der Tradition verpflichtet fühlen. Beim Backen greifen sie auf die Überlieferung zurück. Auf eine Lage Brotteig kommt eine Mixtur aus gemahlenen Kartoffeln, Dickmilch und Quark, gewürzt nach einer geheimen Rezeptur. Zwei Lagen Schichtkäse, obenauf Speck und Zimt – fertig ist der „Keeskuche“, der mit seinem landläufig bekannten süßen Namensvetter so gar nichts gemeinsam hat.

Gebacken wurde die deftige Leckerei im alten Dudenhofen im Gemeinschaftsbackhaus. „Erst kamen die Brote dran“, weiß Rudolf Vogl, „für die Kuchen blieb dann die Resthitze übrig“. Später habe der Brauch in unzähligen Haushalten überlebt. Die Tradition des Großbacktags habe der Männerschor mit diesem Fest schließlich öffentlickeitswirksam wiederbelebt. rdk

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