Kinderfest in Jügesheim

Zauberer trifft auf Indianer

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Trotz der kühlen Temperaturen hatten Familien ihren Spaß. Die Pommes schmeckten wieder besonders gut, Kinderschminken und das Knoten von Luftballons kommen einfach immer gut an.

Jügesheim - Als auch noch die Sonne kam, war der Nachmittag perfekt. Zum Ziel einer Massenbewegung wurde gestern die Jügesheimer Waldfreizeitanlage, wo Bürgermeister Jürgen Hoffmann gemeinsam mit der Maus aus der bekannten Fernsehsendung das 35. Rodgauer Kinderfest eröffnete.

Als Magier Abraxas den Zauberstab schwang, sahen an die 2000 große und kleine Menschen zu oder vergnügten sich auf dem kaum überschaubaren Spiele-Parcours, den mehr als 30 Vereine Gruppen und Initiativen aufgebaut hatten. Mit exakten Besucherzahlen können Ursula Keller und ihre rund 50 Helfer aus dem Rathaus, vom Bauhof, der Feuerwehr und den Landfrauen nicht dienen. Beim Kinderfest verkauft niemand Eintrittskarten oder hätte Zeit, die Köpfe zu zählen. „Die Leute kommen einfach her, bleiben so lange sie wollen und haben ihren Spaß“, sagt Keller. Die Akteure amüsierten sich munter mit und genössen die Gemeinschaft: „Fast alle kennen sich und sind seit Jahren hier dabei“.

Neu eingeklinkt hatte sich nach Worten der Regisseurin dieses Jahr lediglich die Volksbank Maingau mit einem Glücksrad, erstmals tauchte auch das Kürzel JSK in der Teilnehmerliste auf. Der frisch fusionierte Großverein hatte einen Spiel- und Sinnespfad aufgebaut.

Sonst scharten sich die Kinder mit Vorliebe um alte Bekannte – den Zirkus Liberta etwa, dessen tierische Akteure – Hühner, Gänse, Ziege und anderes Hausgetier – frei übers Gelände streiften. Um Schäfer Markus Metzger und seine Herde, das Tipi des Cheyenne-Indianers Black Wolf, die Künstler-Werkstatt von Gerd Steinle, den Trommler Pablo Mbengue oder das Karussell von Peter Stein, das beim Kinderfest von Anfang an zum Inventar dazugehört hatte. Gut zu tun hatten auch wieder die Helfer vom Roten Kreuz in ihrem Kuscheltier-Lazarett, wo Kinder ihre ramponierten Schmuselieblinge verarzten lassen konnten.

„Es ist alles sehr familiär“, sagt Ursula Keller beim Blick in die Runde. Das Team sei bestens eingespielt, längerer Vorbereitungen bedürfe es nach über drei Jahrzehnten nicht mehr: „Es läuft, da braucht man nicht mehr viel zu diskutieren“. Die entspannte Atmosphäre erklärt sich die Organisatorin zumindest teilweise mit dem städtischen Hintergrund. „Wir als Stadt sind nicht gewinnorientiert und brauchen niemanden zu locken. Wir können uns zurücklehnen und uns freuen, dass so viele Menschen zu uns kommen“.

Kinderfest in Jügesheim (Archivbilder)

Bilder: Kinderfest in Jügesheim

Dessen ungeachtet reicht die Anziehungskraft des Rodgauer Kinderfests inzwischen doch weit über die Region hinaus. In diesem Jahr hatte sich laut Keller eine Elterngruppe aus der Gegend von Würzburg angesagt. Überhaupt sei die Resonanz aus dem benachbarten Unterfranken doch recht beachtlich. Stammgäste aus Wiesbaden oder Darmstadt fänden sich jedes Jahr ein.

Geboten wurde den Besuchern gestern neben mehr als 40 Spiel- und Spaßstationen auch ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm. Als der Rathauschef und die Maus die Rampe geräumt hatten, war Platz für die Wilden Tanzmäuse vom RTC Dudenhofen. Außer dem Zauberkünstler und tanzenden Indianern bekam das begeisterungsfähige Publikum auch eine Tanzgruppe vom TSV Dudenhofen zu sehen. Donnernden Applaus gab es für Ursula Keller, die ihren Platz ansonsten stets im Hintergrund gesehen hatte: Nach über 47 Jahren bei der Stadt kurz vor dem Ruhestand, hat sie zum letzten Mal ein Kinderfest organisiert. „Klar ist man noch fit“, sagt sie, „aber in der zweiten Reihe ist es auch schön. Die jungen Leute haben schließlich auch Ideen“. (rdk)

32. Kinderfest im Jügesheimer Wald

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