Vor der Kommunalwahl in Rodgau

Beim CDU-Heringsessen geht‘s um Senioren und Sicherheit

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Rund 150 Gäste genossen beim Heringsessen der CDU in Dudenhofen den berühmten Heringssalat und eine konzentrierte Dosis Politik.

Dudenhofen - Weiter stärkste Kraft im Stadtparlament sein – auf den ersten Blick hat sich die Rodgauer CDU für die Kommunalwahl am 6. März bescheidene Ziele gesetzt.

Beim Heringsessen im Kegelcenter Dudenhofen machte Stadtverbandsvorsitzende Margit Müller-Ollech allerdings klar: Die Union traut sich zu, vieles besser zu machen als die „Wahlverwandtschaften“ im derzeitigen Parlament. Als der Heringssalat – nach dem 30 Jahre alten Originalrezept von Hubert Klopf – verputzt und die Zeit für die traditionelle Fastenrede gekommen war, hatten CDU-Kreischef und Landtagsvizepräsident Frank Lortz die rund 150 Besucher bereits mit einer Dosis Politik geimpft. Vom Dudenhofener Ortsvorsitzenden Clemens Jäger begrüßt, forderte Lortz Mut und Geschlossenheit ein: Auch vor fünf Jahren, als Fukushima die Grünen überstark gemacht, hätten die Zeichen schlecht gestanden. Trotzdem sei die Union stärkste Partei in Bund, Land, Kreis und Stadt.

Gerade in schwierigen Zeiten sieht der Landtagsvize seine Partei gefordert: „Wer kann denn die Probleme lösen außer der CDU?“ – sicher nicht die zerstrittenen Sozialdemokraten oder die AfD als „reine Dagegen-Partei“. Auf die öffentliche Wahrnehmung sei wenig Verlass: Gerade die jetzt geschmähte Flüchtlingspolitik der CDU-Kanzlerin sei „noch vor einem halben Jahr allgemein bejubelt“ worden. Die Migrantenwelle fordere Europa heraus. Komme aber nicht schnell eine EU-weite Lösung, „müssen wir hier handeln“.

„Eine weitere Million geht nicht“, stellte Lortz klar, noch aber sei Deutschland stark genug – vor allem dank der Kommunen und des Bürger-Engagements. Lokal Verantwortung zu übernehmen, gab Müller-Ollech als Ziel für den 6. März vor – aktiver als die derzeitige Mehrheit, die die viel gerühmten Haushaltssanierung trotz Steuererhöhungen nur dank zusätzlicher Mittel aus Landes- und Bundeskassen feiern könne.

Ticker zur Kommunalwahl in Rodgau

Heringe, so die Stadträtin mit Blick auf die Teller, hätten den Fischern früher Reichtum beschert. Aus der Rodau zögen die Koalitionäre „nur Stichlinge, Gründlinge, Schmerlen und Döbel“. So werde mit Plänen für einen neuen Ortsteil zum Nutzen Frankfurts oder für das Ortszentrum Jügesheim im Trüben gefischt, statt Wohngebiete für junge Familien zu entwickeln. Bürger-Themen wie Verkehrsbelastung seien in den Hintergrund gerückt, bei der Grünanlagen-Pflege sehe man offenbar nur noch Bürgergärten.

Für die Sanierung der Straßen und den Umweltschutz tut das Bündnis aus Müller-Ollechs Sicht zu wenig, die Energieversorgung wolle es im Zusammengehen mit der Maingau Energie parlamentarischer Kontrolle entziehen und plane die Kita-Platz-Versorgung auf wackliger Datenbasis. Noch immer fehle ein Schulwege- und ein Mobilitätskonzept, kaum Aufmerksamkeit fänden Senioren und Sicherheit. Sie fordert mehr Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen. (rdk)

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