Kulturpreis der Stadt an Björn Bürger

Von Rodgau auf die Bühnen Europas

Der Kulturpreisträger in seinem Element: Festrednerin Juliane von Herz (kleines Foto) würdigt Bürgers „ergreifenden, tiefschönen, beherrschten Gesang“. Am Flügel: Ekaterine Kintsurashvili.
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Der Kulturpreisträger in seinem Element: Festrednerin Juliane von Herz (kleines Foto) würdigt Bürgers „ergreifenden, tiefschönen, beherrschten Gesang“. Am Flügel: Ekaterine Kintsurashvili.

Rodgau - Ein Heimspiel für Björn Bürger: Der 30-jährige Opernsänger erhielt am Mittwoch den Kulturpreis der Stadt Rodgau überreicht. Obwohl der Bariton internationale Erfolge feiert, bleibt er seiner Heimatstadt verbunden.

Ein Gefühl, das auf Gegenseitigkeit beruht, wie die warmherzige Atmosphäre bei der Preisverleihung zeigte. Das Wort „Glück“ zog sich durch die ganze Feier: von der Laudatio der Frankfurter Kuratorin Juliane von Herz bis zur Arie des Figaro aus Rossinis „Barbier von Sevilla“. Auch beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt schien das Glück noch einmal auf: „Eine große Ehre für mich. Ein großes Glück, eine große Freude!“

In einer „berührenden Laudatio“ (Bürgermeister Jürgen Hoffmann) würdigte Juliane von Herz die große Begabung des 30-Jährigen für Gesang und Schauspiel, seine Liebe zur Musik und seine künstlerische Ausdruckskraft. Mit seiner „außergewöhnlichen Lehrerin“ Hedwig Fassbender habe er in harter Arbeit eine „atemberaubende Gesangstechnik“ entwickelt. Nicht nur in der Frankfurter Oper, sondern auch auf vielen anderen Bühnen in Europa verströme Björn Bürger seinen „ergreifenden, tiefschönen, beherrschten Gesang“. Die Rednerin lobte die Stadt Rodgau für ihr Engagement, einen Kulturpreis zu verleihen, und das in einer Zeit, in der Künstlerförderung allenthalben gekürzt werde.

Mit stürmischem Applaus belohnten die Zuhörer im Bürgerhaus Nieder-Roden die Arie des Figaro aus Rossinis „Barbier von Sevilla“ - ein kleiner Vorgeschmack auf das Opernfestival in Glyndebourne (England), wo Björn Bürger diese Titelpartie im Sommer verkörpern wird.

Weit mehr als eine Kostprobe

In Rodgau ist es üblich, dass die Preisträger bei der Feier „ihre Kunst, ihr Talent und ihre Leidenschaft“ präsentieren, wie Bürgermeister Jürgen Hoffmann sagte. Der Bariton bot weit mehr als eine Kostprobe. Er sang Arien aus Opern wie „Rinaldo“, „Die Zauberflöte“ und „Don Giovanni“, am Klavier begleitet von Ekaterine Kintsurashvili, die an der Frankfurter Musikhochschule und am Mainzer Konservatorium lehrt. Dass seine Stimme auch in der populären Musik zur Geltung kommt, bewies er mit dem Chor „Polyvocals“ unter Leitung von Gottfried Kärner in „And So It Goes“ und „Time to Leave“. Die Polyhymnia war Björn Bürgers musikalische Wiege („Der erste und einzige Chor, in dem ich gesungen habe“) und Chorleiter Kärner war sein erster Gesangslehrer.

In seiner Dankesrede kam der Preisträger auf das Glück zurück, das auch der Figaro bei Rossini besingt. Begabung allein sei kein Garant für eine künstlerische Karriere. „Das Glück, zur rechten Zeit die richtigen Menschen zu treffen, ist ein ganz wichtiger Faktor.“ Seit dem Kulturförderpreis 2002 habe er glückliche Jahre erlebt, so Björn Bürger. Dankbar erwähnte er Menschen und Institutionen, die ihn begleiteten und förderten: seine Eltern, die Unmögliches möglich machten, wenn ihr Bub als Jugendlicher mal wieder zwei Konzerte an einem Tag zu singen hatte; Klavierlehrer Benjamin Schütze, der sein Gesangstalent erkannte; Gottfried Kärner, der ihn vom Berufswunsch Theater zum Operngesang lenkte und ihn auf die Aufnahmeprüfung der Musikhochschule vorbereitete; den Verein „Yehudi Menuhin Live Music Now“, der mit Auftritten in Schulen, Kliniken und Gefängnissen wertvolle Erfahrungen vermittelte; die Stiftung Polytechnische Gesellschaft; den Intendanten der Frankfurter Oper, der ihm schon während des Studiums ein festes Engagement anbot; und Ehefrau Esther Dierkes, die er in der Gesangsklasse von Hedwig Fassbender kennen lernte.

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