Löschwasser vom Badesee

Waldbrandübung mit über 110 Einsatzkräften nahe des Kieswerks

+
Am Samstag wurde Waldbrandbekämpfung geübt: Bei Regen und Kälte waren 115 Feuerwehrleute unterwegs, um sich auf den Ernstfall vorzubereiten.

Nieder-Roden - Der Kreis Offenbach zählt laut Gefährdungsanalyse des Landes Hessen zu den Gebieten mit erhöhtem Waldbrandrisiko. Deswegen müssen die Brandschutzeinheiten alle drei bis fünf Jahre Fortbildungen zur Waldbrandbekämpfung anbieten. Von Simone Weil 

Am Samstag probten 115 Feuerwehrleute aus Rödermark, Dietzenbach, Rodgau und Babenhausen südlich der K 174 und westlich des Strandbads den Ernstfall. Die beteiligten Frauen und Männer wissen lediglich, dass heute eine Übung ansteht, nicht aber, was sie wirklich erwartet. Das ausgedachte Szenario: Für einen Brand im Gebiet „Im Herbersrod“, bei dem die Ausbreitung des Feuers wegen des starken Funkenflugs auf verschiedene Liegenschaften zu befürchten ist, sollen die Brandschützer diverse Arten der Wasserversorgung in schwierigem Gelände trainieren. Dazu zählen ein Pendelverkehr mit Löschfahrzeugen, die Förderung aus dem Badesee nahe des Kieswerks mit Pumpen und die Entnahme aus einem Tiefbrunnen. Doch nicht nur das Gelände ist schwierig, auch das Wetter ist ausgesprochen unfreundlich: lange Zeit regnet es und es ist kalt. „Aber wir sind ja keine Schönwetterfeuerwehr“, sagt Markus Beck, der die Gäste betreut. Im Ernstfall könne man sich die Temperaturen schließlich auch nicht aussuchen.

Mehr als 3000 Meter Schlauch nutzten die Feuerwehrleute an drei Einsatzstellen, um den angenommene Brand bekämpfen zu können.

Zu den geladenen Besuchern zählen außer der Presse und Magistratsvertretern unter anderem auch Beobachter, deren Erfahrungen und Notizen später bei der Analyse der Übung einfließen werden. Denn auch Führungsarbeit, Kommunikation und das Zusammenwirken der verschiedenen kommunalen Brandschutzeinheiten sollen durch solch eine Übung verbessert werden. Von der Feuerwehr Kahl haben sich die Organisatoren eigens ein Quad geliehen, um es als schnelles Erkundungsvehikel zu testen. Doch im Mittelpunkt der Übung stehen Schläuche, Schläuche und nochmal Schläuche: Am Ende des Tages sind es mehr als 3000 Meter Schlauch, die verlegt und genutzt werden. Denn irgendwie müssen die Brandkämpfer ja an Wasser kommen. Und das üben die Feuerwehren samt angenommener und tatsächlicher Schlauchplatzer und Pumpenausfälle. „Wir können und wir müssen improvisieren“, erklärt Beck. Er weiß inzwischen von einem echten Fahrzeugausfall und Kommunikationsproblemen: Deswegen wird ja geprobt, um für künftige Einsätze noch besser gewappnet zu sein.

Bilder: Feuerwehr übt Umgang mit Chemikalien

Wie im richtigen Leben müssen sich die haupt- und ehrenamtlichen Retter beim Eintreffen vor Ort, ein Bild von der Lage machen und schnell entscheiden, was zu tun ist. An den mit Flatterband gekennzeichneten Flächen im Wald wird schließlich gelöscht – obwohl es regnet. Jetzt heißt es: Wasser marsch. Der Verbrauch ist immens: „2500 Liter sind unter Umständen in zwei bis drei Minuten weg“, erklärt Markus Beck. Gut zwei Stunden lang haben die Einsatzkräfte südlich der K174 und westlich des Strandbads zu tun, bis das angenommene Feuer endlich unter Kontrolle ist. Dann treffen sich alle in der Fahrzeughalle des Stützpunkts Süd an der Hainburgstraße. Dort wartet erst einmal eine heiße Gulaschsuppe auf sie. Dann steht die erste Auswertung der Übung an.

Mehr zum Thema

Kommentare