Schwere Vorwürfe gegen Strandbadmanagement

Nackte fühlen sich am Badesee von Spannern beobachtet

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Der FKK-Strand am Badesee aus der Vogelperspektive. Am oberen Bildrand der betonierte Behindertenzugang mit Lift.

Nieder-Roden - Behinderten-Lift oft kaputt, Überwachung des FKK-Strands mangelhaft: Norbert Weber aus Rodgau und Beate Weiss aus Obertshausen erheben gegen das städtische Strandbadmanagement schwere Vorwürfe.

„In der diesjährigen Saison machen wir die Erfahrung, dass das von der Stadt Rodgau erstellte Sicherheitskonzept offensichtlich nur sehr eingeschränkt für die Besucher des FKK-Strandes gilt“, reklamieren die beiden in einer Mail an unsere Zeitung. „Die Sicherheit der Badegäste wird missachtet und gefährdet. Selbst an heißen Tagen mit 30 Grad und hohem Besucheraufkommen ist der FKK-Bereich überhaupt nicht oder nur kurzfristig bewacht.“ Konkret sprechen die zwei Badeseebesucher die Situation am 26. Juli an. „Der Überwachungsturm war häufig gar nicht oder nur zeitweilig besetzt. Die Begründung auf Nachfrage: „Dafür habe ich kein Personal“ (O-Ton Bademeister). Kontrollgänge des Personals, um auf die Einhaltung der Regeln innerhalb des FKK-Bereichs zu achten, fänden „ohnehin nicht statt“. Norbert Weber und Beate Weiss berichten von Spannern, die sogar mit Handys filmen. Sie blieben „völlig unbehelligt“. Das Plateau des „seit Saisonbeginn nicht oder nur teilweise funktionierenden Seelifts für körperlich Behinderte wird gerne als Besucherterrasse für Voyeure benutzt – ungerügt auch dann, wenn ausnahmsweise eine der selten auftauchenden Aufsichten anwesend ist“.

Auf Unverständnis stößt bei den Beschwerdeführern, „dass eine hilfsbereite, sehr engagierte und auf die Einhaltung der Regeln achtende Neueinstellung nach Ablauf der Probezeit bereits wieder gegangen wurde“. Die städtische Pressesprecherin Sabine Fischer mag diese Kritik so nicht stehen lassen. „Bezüglich des Sicherheitskonzepts und der Überwachung machen wir grundsätzlich keinen Unterschied zwischen dem Textil- und dem FKK-Strand.“ Es gebe keine Benachteiligung.

Um die Reklamation zu klären, habe der fürs Strandbad zuständige städtische Fachbereich die Wachliste für Juli durchgesehen. Am 26. Juli seien 1697 Besucher gekommen. Der Turm sei an diesem Tag nicht besetzt gewesen. Es habe zwei Kontrollgänge über den FKK-Bereich gegeben. Das Personal könne diesen Strandabschnitt auch vom Wachhaus einsehen. Es gebe keine Vorschrift, die regelt, wann der Turm besetzt sein müsse und wann dies nicht erforderlich sei. „Das richtet sich nach der Besucherzahl und der personellen Unterstützung durch die DLRG.“ Knapp 1700 Badegäste seien eher wenig. Tatsächlich habe es zu Beginn der Saison Probleme mit dem Lift für Behinderte gegeben. „Das hat eine Fachfirma aber behoben. Er funktioniert.“

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Das Thema Spanner sei nicht ganz so einfach zu lösen. „Immerhin müssen wir jemand auf frischer Tat ertappen. Und dann ist der Nachweis immer noch sehr schwer. Erwischen wir aber jemanden, der filmt, müssen alle Aufnahmen unter Aufsicht unseres Personals sofort gelöscht werden und der Betreffende muss das Bad verlassen. Bad-Verweise seien „in Einzelfällen“ vorgekommen.

Fischer wehrt sich gegen den Vorwurf, dass die Schwimmmeister weg sehen. „Wenn wir mitbekommen, dass jemand spannt, wird das auch in jedem Fall angesprochen und nach Möglichkeit geahndet.“ Tatsächlich habe man sich von einem neuen Mitarbeiter noch in der Probezeit getrennt. „Dafür ist Ersatz eingestellt worden.“ (bp)

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