Obst- und Gemüseschau im Wald

Regensommer trübt Laune der Gärtner

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Der Obst- und Gartenbauverein Hainhausen stellte gestern im Wald nicht nur die Ernte dieses Sommers und die daraus gekochten, gebackenen und gebrannten Produkte aus, sondern lieferte auch Ideen für die Gartengestaltung.

Hainhausen - Die ganze Vielfalt aus Hainhäuser Gärten gab's gestern Mittag auf dem Waldfestplatz zu sehen. Der Obst- und Gartenbauverein nutzte seine Freiluftschau aber auch für eine Bilanz des Sommers: Querbeet fällt die Ernte eher durchwachsen aus.

Das Wetter ist unter Gärtnern immer ein Thema. Vor acht Jahren hatte der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Hainhausen seine Ausstellung erstmals vom SKV-Saal in den Wald verlegt und war seither von Regen verschont geblieben. Gestern morgen ging ein heftiger Schauer über die Aufbaumannschaft nieder, doch eine Absage kam für die Obstler nicht in Frage. Ihr Durchhaltevermögen wurde belohnt, pünktlich zum Mittagessen ließ sich die Sonne blicken. Zum Kaffeetrinken war sie leider schon wieder verschwunden.

„Ich habe von keinem unserer Mitglieder gehört, dass 2016 ein gutes Gartenjahr war“, berichtete die Vorsitzende Sabine Liebich. Auch wenn der Sommer sich in den vergangenen zwei Wochen nochmals von seiner sonnigsten Seite gezeigt hatte, war er insgesamt zu nass. Sabine Liebich hat"s auf den eigenen Beeten erlebt: „Außer zwei Zucchini-Pflanzen ist mir alles verfault.“ Vor allem den Tomaten machte das Wetter zu schaffen, denn so ziemlich jeder Gärtner klagte über Blattfäule. Vereinsschriftführer Roland Schlitt, der es eigenem Bekunden zufolge „nicht so mit Tomaten hat“, war"s egal: „Ich halte es lieber mit meinem Obst, denn daraus kann man einen guten Schnaps brennen - egal, ob"s regnet oder die Sonne scheint.“

Roland Schlitt hatte Dutzende von Flaschen mit in den Wald gebracht und schenkte selbst gebrannte Schnäpse und Liköre aus. Dabei experimentiert er auch gerne einmal. Seinen Hainhäuser Kräuterlikör beschreibt er als „eine Mischung aus Ramazotti und Unterberg, ideal nach einem fetten Gänseessen“. Aber bis St. Martin oder gar Weihnachten ist"s noch ein paar Tage hin...

Am Stand nebenan bot Martina Koller Brotaufstriche und Pesto aus der eigenen Küche an. Ebenso verblüffend wie schmackhaft: eine grüne Creme auf Tomatenbasis, bei der Bärlauch und Knoblauch für eine mehr als nur diskrete Schärfe sorgte. Die OGV-Kräuterfrauen überzeugten auch mit Marmeladen, Backwerk und Erziehungsratschlägen. „Wenn Sie ihrem Kind Gemüse unterjubeln wollen, geben Sie ihm doch diese Zucchini-Muffins“, meinte eine der Damen. Die Küchlein schmeckten in der Tat kein bisschen „grün“.

Roland Schlitt hat einen Wandel im Verein festgestellt. Die Intensivgärtner-Generation - also jene Menschen, die sich wochenlang nur von selbst geerntetem Salat ernähren (müssen) - sterbe aus. Den Leuten gehe es immer mehr um eine schöne Freizeitbeschäftigung an der frischen Luft und die Möglichkeit, den Speiseplan gelegentlich mit Gemüse oder Obst aus eigenem Anbau zu bereichern. Um nochmal auf das Wetter zurückzukommen: Selbst dem Regen gestern Nachmittag konnten die Hainhäuser Obstler noch einen guten Aspekt abgewinnen: Ihre Gärten haben das Wasser von oben gebraucht. (lö)

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