Erdbeeren im Wasserrohr, Kräutergarten in der Europalette

Pfiffige Pflanz-Ideen für die Freizeit im Grünen

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Gärtnermeister Peter Wunderlich an seinen hängenden Erdbeergärten auf der Kompostanlage.

Rodgau - Ein Kräutergarten in der Europalette? Erdbeeren im Wasserrohr? Wer in Dudenhofen die Kompostanlage der Stadtwerke besucht, wird staunen über die pfiffigen Pflanz-Ideen von Mitarbeiter Peter Wunderlich. Von Bernhard Pelka 

Der Gärtnermeister nutzt für seine ungewöhnlichen Konstruktionen meist Gegenstände, die sonst im Müll landen würden. Und tut damit etwas für die Umwelt. „Die schmecken prima. Versuchen Sie mal.“ Freundlich fordert der Gartenexperte dazu auf, seine Erdbeeren zu versuchen. Die sind tatsächlich sehr lecker. Die saftigen Früchte wachsen nicht etwa in Reihen auf dem Boden, sondern in handelsüblichen Kunststoffrohren, wie sie für den Hausbau verwendet werden. Wunderlich hat Pflanzöffnungen in die Rohre geschnitten. Jetzt hängen die schwebenden Erdbeerfelder an der Wand einer der mächtigen Schüttboxen auf dem Kompostplatz – festgedübelt an den tonnenschweren Quadern. „Der Vorteil ist, dass man sich beim Pflanzen, Gießen und Ernten nicht bücken muss.“ Sehr praktisch ist auch der Kräutergarten in der Europalette. Deren Öffnungen kleidet der Gartenfreund mit einem kräftigen Vlies aus, dann hat die Erde Halt. Damit die Palette senkrecht steht, müssen Füße dran. Zwei kräftige Kanthölzer, Eckwinkel und ein paar Holzschrauben reichen dafür aus.

Wächst auch bei Ihnen eine Bohne am Regenrohr hoch? Haben auch Sie pfiffige Pflanz-Ideen? Dann sagen Sie es uns bitte weiter. Wir stellen Ihre Tipps gerne vor. Kontakt: Tel.: 06106/3047 oder red.rodgau@op-online.de

Die Konstruktion ist platzsparend, leicht zu transportieren und in 30 Minuten zusammengezimmert. Man kann sie wie einen Raumteiler im Garten oder als Sichtschutz nutzen. „Wer mag, der streicht die Palette bunt an, naturbelassen ist sie aber auch schön.“ Kunden, die auf der Kompostanlage ihren Grünschnitt abgeben oder Erde holen, bleiben die Einfälle von Peter Wunderlich nicht verborgen. „Viele fragen, was das ist, was da hängt, und wie man’s macht. Wir beraten die Leute dann gerne. Sie bekommen von uns jeden Tipp, den sie brauchen. Zum Beispiel auch wie man ein Hochbeet richtig anlegt. Wir zeigen, was man mit unseren Produkten im eigenen Garten alles machen kann“, beschreibt der einfallsreiche Gartenfreund diesen ganz besonderen Service.

Bilder: Asiatisch angelegter Garten in Rodgau

Zierpflanzengärtner Uwe Gottfried peppt einen Bierkasten auf. Hier ist das Pflanzthema – passend zur Grillsaison – „Barbecue“: mit Tomate und Chilipflanze.

Mitnehmen können die Kunden auch die Idee für eine von beiden Seiten leicht zugängliche Gurkenwand. Eine Matte aus Baustahl, Speiskübel aus dem Baumarkt und hölzerne Dreieckständer als Stütze sind dafür die schlichten Baustoffe. Wunderlichs Ideen können auch Laien mit einfachen Mitteln realisieren. Um Pflanztipps nicht verlegen sind auch die Chefs der Gärtnerei Fischer in der Blumenau. Ralf und Bernd Fischer raten: „Einfach mal auf dem Dachboden oder im Keller stöbern. Dort findet sich Vieles, was für den Müll zu schade ist und das sich als Pflanzgefäß eignet.“ Als da wären: ausrangierte Koffer und Handtaschen, eine rostige Gugelhupfform, Zinkwannen, sogar alte Schuhe, Laternen, vielleicht ein Vogelkäfig. Selbst alte Konservendosen mit schönen Firmenschildern darauf haben ihren ganz speziellen Charme. Gut eignen sich Tontöpfe, die bei den vergangenen Unwettern beschädigt wurden. Leicht lässt sich darin ein Steingarten anlegen, indem man die Scherben als Stützen der terrassenförmigen Bepflanzung nutzt.

Zierpflanzengärtner Uwe Gottfried hat bei Fischer aber auch schon Kundenwünsche gerne erfüllt, die noch ungewöhnlicher waren. Zum Beispiel einen Blumengruß im Bierkasten. Den leeren Kasten mit Folie auskleiden, dann Sackleinen passgenau zurechtschneiden, das die Folie schön verdeckt – und hinein mit der Erde und den Pflanzen. „Das kann man auch gut als Geschenk zur Gartenparty mitbringen. Oder man dekoriert bei der eigenen Party damit den Garten“, wirbt Ralf Fischer für die Vorzüge der guten Idee.

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