Hochrechnung: Mehr als 50.000 Bürger im Jahr 2021

Rodgau knackt die Einwohnergrenze

Rodgau - Die Einwohnerzahl Rodgaus wird voraussichtlich in fünf Jahren die Grenze von 50.000 überschreiten. Das geht aus einer Hochrechnung der Stadt hervor. In zehn Jahren soll Jügesheim fast so viele Einwohner haben wie heute Nieder-Roden. Von Ekkehard Wolf

Die Prognose aus dem Rathaus zeigt, wie die Stadtverwaltung die Bautätigkeit der nächsten Jahre einschätzt. Dabei spielen zwei Faktoren mit: Neubaugebiete und die sogenannte Nachverdichtung. Als Nachverdichtung bezeichnen die Behörden, wenn ein zweites oder drittes Haus auf einem Grundstück gebaut wird. Eine andere Möglichkeit: Man reißt ein Haus ab und baut dafür ein größeres. Das ist zum Beispiel an der Ortsdurchfahrt Jügesheim am früheren Pub „Pigs and Pipes“ geplant. Etwa 200 Wohnungen jährlich entstehen auf diese Weise. Bei durchschnittlich 2,2 Personen pro Wohnung ergibt das 440 Einwohner mehr pro Jahr. Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass sich diese Entwicklung bis Ende 2022 fortsetzt und danach abschwächt. Der Grund liegt auf der Hand: Irgendwann wird der freie Platz knapp.

Das größte Potenzial zur Nachverdichtung sieht die Stadt in Nieder-Roden, das geringste in Hainhausen. Einen verstärkten Zuzug lassen die Neubaugebiete erwarten - immerhin verfügt Rodgau über eine der größten Baulandreserven der Region. Im Baugebiet Hainhausen-West (H 17), das zurzeit erschlossen wird, dürften die ersten Häuser im Jahr 2018 bezogen werden. Im Lauf von fünf Jahren erwartet die Stadt dort 850 Einwohner.

Neben und hinter der Claus-von-Stauffenberg-Schule in Dudenhofen („Hinter dem Dell“, D 24) rechnet die Stadt erst ab 2021 mit den ersten fertigen Häusern. Für dieses Gebiet gibt es noch keinen Bebauungsplan. Das Stadtparlament soll am Montag über den Beginn der Bodenbevorratung entscheiden. Früher dürften laut Rathaus das Baugebiet J 50 in Jügesheim (ab 2019) und das lange diskutierte Gebiet N 39 am Krümmlingsweg (ab 2020) bezugsfertig sein.

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Auch im riesigen Gebiet Rodgau-West zwischen Jügesheim und Hainhausen erwartet die Stadt schon in vier Jahren die ersten Bewohner - und zwar rund 800. Insgesamt kalkuliert die Verwaltung dort mit rund 3 800 Einwohnern. Das sind etwa so viele, wie derzeit in ganz Hainhausen leben. Diese Zahlen sind nur Prognosen. Sie zeigen aber, mit welchen Größenordnungen man im Rathaus rechnet. Der Anstoß zu dieser Hochrechnung kam aus dem Dietzenbacher Kreishaus. Der Kreis Offenbach benötigt die Prognose der Einwohnerzahlen bis 2025 für den Schulentwicklungsplan. Damit genügend Schulräume zur Verfügung stehen, sollten alle 13 Städte und Gemeinden des Kreises ihre Bevölkerungsentwicklung schätzen.

Einwohnerzahlen (Stand 31.12.2015) und Prognose (31.12.2025)

Jügesheim: 11.809; 14.964
Dudenhofen: 7792; 8627
Nieder-Roden: 15.119; 17.572
Hainhausen: 3781; 6836
Weiskirchen: 5921; 6414

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