Walter Kellers Herde dient der Landschaftspflege

Schafe als lebendige Rasenmäher

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Hier füttert Walter Keller seine Schafe auf ihrem Stammgelände in Hainhausen. Erst vor 14 Tagen standen die lebendigen Rasenmäher aber auf einem Privatgrundstück in Jügesheim an der Berliner Straße und ließen es sich schmecken. Am Ende waren’s alle zufrieden: die Grundbesitzerin und die satten Tiere auch.

Rodgau - Schafe sind prima Landschaftspfleger. Diese Erfahrung macht Walter Keller immer wieder. Der Vorsitzende der Pfadfinder in Nieder-Roden und seine Frau Irene halten sich sechs Schafe, die das Kellersche Grünland in Hainhausen beweiden. Von Bernhard Pelka

Die lebendigen Rasenmäher werden in Einzelfällen aber auch an Privatleute verliehen. „Eigentlich ging es uns darum, nicht mehr mähen zu müssen“, beschreibt Irene Keller den Grund für die tierische Anschaffung. Kein Wunder: Das Grundstück der Familie in Hainhausen hat etwa die Größe zweier Fußballfelder. Wasser gibt’s dort genug aus der nahen Rodau. Ein Paradies also für Brennnessel, Schilf, Gras & Co.

Erschwerend kommt hinzu, dass der alte Mühlgraben das Grünland begrenzt. In dem schiefen Graben lässt sich’s viel schwerer mähen als auf ebener Fläche. Also mussten Schafe her, die das schräg abfallende Ufer kahl fressen. Für Walter Keller, der nicht mehr der Jüngste ist, sind Schlitzi, Brummbär, Schwarzhörnchen, Weißhörnchen, Negerkuss und Schwarzkopf aber nicht nur eine große Hilfe bei der Gartenarbeit, sondern der Rentner hat die gutmütigen Wiederkäuer mit der Zeit richtig lieb gewonnen. Kaum lockt er sie mit einem Ruf und ein paar Stückchen alten Brotes, kommen sie aufgeregt blökend angerannt. Irgendwie gehören die Nutztiere inzwischen zur Familie. „Die Enkel lieben sie.“

Die erste Generation Keller-Schafe stammte vom Nieder-Röder Schäfer Markus Metzger. „Er hat uns viel geholfen und war immer für uns da, wenn es Probleme und Fragen gab“, loben die Kellers das Engagement des Profis. Inzwischen leben in ihrem Stall in Hainhausen aber Schafe aus eigener Zucht.

Wie werde ich..? Schäferin/Schäfer

Schäfer Markus Metzger hat mit der Landschaftspflege durch Schafe viel Erfahrung. Schon seit 2007 lichtet seine Herde zum Beispiel den Bewuchs der Düne von Dudenhofen und der Heide in Waldacker. Das ist vom Landkreis Offenbach offiziell geförderter Naturschutz. Und das in zweifacher Hinsicht: Metzgers Zackelschafe mit den Korkenzieherhörnern kommen mit dem kargen Futter prima zurecht und verschonen beim Fressen die wertvollen Pflanzen. Deshalb ist sogar die seltene Heidenelke dort wieder heimisch geworden. Zum anderen fördert der Tritt der Tiere das Wachstum des Magerrasens auf dem sandigen und nährstoffarmen Boden. Eine maschinelle Bearbeitung hätte niemals diesen positiven Effekt. So professionell betreibt Walter Keller die Schafzucht nicht. Aber auch seine beschiedene Herde ist ihm eine große Stütze.

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