SPD-Frauenfilmreihe

Fester Termin im Kalender

+
Machen gemeinsame Sache (von links): Irmfriede Krausch, Harald Göbel und Sabine Friedrich. „Es ist toll, dass die Göbels so offen waren für diese Idee“, loben die Organisatorinnen. Heute beschert das Programm den Kinobetreibern zwar immer ein volles Haus, aber beim Start sei das nicht absehbar gewesen. 

Jügesheim - Einmal im Monat haben Frauen aus dem ganzen Kreis einen festen Termin: An jedem ersten Dienstag läuft innerhalb der SPD-Frauenfilmreihe ein ganz besonderer Kinostreifen in den Saalbau-Lichtspielen in Jügesheim. In diesen Filmen spielen Frauen und ihr Leben oft die Hauptrolle.

Wie erfolgreich die Idee der beiden Initiatorinnen Irmfriede Krausch und Sabine Friedrich ist, belegt die Tatsache, dass die Reihe bereits seit 26 Jahren im Kino der Metzgerfamilie Göbel läuft. Meistens ist der große Saal mit 150 Plätzen ausverkauft. Keineswegs sind es ausschließlich Genossinnen, die den Weg ins Lichtspielhaus an der Dudenhöfer Straße finden. Auch wenn an diesem Abend geballte Weiblichkeit versammelt ist, sind auch männliche Zuschauer gern gesehen. Weil sich für ein Kommunales Kino mit anspruchsvollen Streifen im Stadtparlament damals keine Mehrheit fand, hoben die beiden Damen am 5. September 1989 ihre Reihe mit dem Film „Out of Rosenheim“ mit Marianne Sägebrecht aus der Taufe. Heute sind die beiden froh, unabhängig zu sein und selbstständig schalten und walten können. So redet ihnen auch keiner ins Programm rein.

Denn die genaue Zusammensetzung der Filme bestimmt das Publikum selbst: Schon früh haben die Kinomacherinnen ihre Besucher mit ins Boot geholt und bitten sie um ihre Stimmen: Aus etwa 25 Empfehlungen, die die Organisatorinnen vorgegeben – dafür werden das ganze Jahr über Ideen gesammelt – wählen die Zuschauer 15 aus.

Die zwölf Filme mit den meisten Stimmen bilden dann das Programm. Die drei weiteren Streifen stellen einen Puffer dar, weil es immer mal vorkommt, dass der eine oder andere Streifen nicht zu haben ist. „Das gibt es alle zwei oder drei Jahre mal, dass ein Film nicht ausgeliehen werden kann“, erzählt Harald Göbel. Aber meistens finde sich sich in solchen Fällen schnell eine Lösung. Durch die Beteiligung sind die Zuschauer eingebunden und haben ihr eigenes Programm gemacht. Dafür sind sie der Veranstaltungsreihe treu. Auf diese Weise kommt eine so spannende Zusammenstellung zustande, dass manche Frauen ins Kino gehen, ohne genau zu wissen, was aktuell läuft, denn eigentlich ist jeder Film gut und die Stimmung eh prima. Bei den Vorschlägen, die dem Publikum gemacht werden, wird im Vorfeld auch mal heiß diskutiert: Denn die richtig Mischung aus schwerer und leichterer Kost macht das Erfolgsrezept. „Es kann nicht nur um Demenz, Krebs und Sterben gehen“, meint Sabine Friedrich.

Sie und Irmfriede Krausch wollen am besonderen Film für ein gezieltes Publikum festhalten, auch wenn sie sich langsam nach jüngeren Organisatorinnen umsehen. Ihr Konzept jedenfalls hat in anderen Kommunen Nachahmer gefunden. Denn es ist aus Sicht der Veranstalterinnen keineswegs egal, ob der Film im Fernsehen oder im Kino läuft. „Kino ist Kino“, sagt Irmfriede Krausch. Weil kein Telefon klingelt und das Drumherum nicht ablenkt, könne man sich anders auf den Film einlassen.

Der frühe Start um 19 Uhr und der relativ günstige Eintrittspreis von sieben Euro kommt den weiblichen Besuchern offensichtlich entgegen: Um sich die besten Plätze zu sichern und einenPlausch halten zu können, kommen die Damen „sehr zeitig“, weiß Harald Göbel: „Und wehe, man hat beim Frauenfilm keinen Sekt da.“

Der nächste Film in der Frauenfilmreihe ist die Komödie „Monsieur Claude und seine Töchter“ (97 Min.) mit Christian Clavier, Chantal Lauby und anderen am nächsten Dienstag, 2. August, um 19 Uhr, in den Saalbau-Lichtspielen in Jügesheim – auch Männer sind willkommen. Das Jahresprogramm gibt es an der Abendkasse im Kino oder im Internet unter www.spd-rodgau.de.

Kommentare