Altbau am Mühlweg macht Platz für zwei neue Mehrfamilienhäuser

Stadt baut Wohnungen in Weiskirchen

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Endlich abgerissen: Das städtische Wohnhaus im Mühlweg 12 macht zwei Neubauten Platz.

Weiskirchen - Dünne Wände, alte Fenster, keine Duschen und warmes Wasser nur aus dem Boiler: Die ehemalige Notunterkunft für Obdachlose im Mühlweg 12 ist seit gestern nur noch ein Haufen Bauschutt. Die Stadt will dort zwei Mehrfamilienhäuser mit zusammen zwölf Wohnungen bauen. Von Ekkehard Wolf

An dem Gebäude im Mühlweg hatte die Stadt seit Jahren nur noch das Allernötigste gemacht. Baudezernent Michael Schüßler charakterisierte den baulichen Zustand mit zwei Worten: „nicht sanierungsfähig“. Die letzten zehn Bewohner mussten nach Dudenhofen umziehen. Dort hat die Stadt das ehemalige Doktorhaus an der Nieuwpoorter Straße für wenig Geld bewohnbar hergerichtet: auch das in einfachstem Standard, aber immerhin mit Zentralheizung.

Am Mühlweg baut die Stadt zwei neue Wohnhäuser. Sie sollen 2,4 Millionen Euro kosten. Das Stadtparlament gab im Dezember einstimmig grünes Licht. Damals hieß es noch optimistisch, die beiden Neubauten könnten möglicherweise schon Ende 2016 fertig sein. Dieser Termin lässt sich nicht mehr halten.

Geplant sind zwei Mehrfamilienhäuser mit Erd-, Ober- und ausgebautem Dachgeschoss. Sie werden nur teilweise unterkellert, um die Baukosten zu begrenzen. In jedem Haus sind sechs Drei-Zimmer-Wohnungen geplant. Sie werden 76 Quadratmeter groß, unter dem Dach nur 64 Quadratmeter. Der Beschluss vom Dezember 2015 sieht vor, in den beiden Neubauten zunächst jeweils 36 Flüchtlinge unterzubringen. Die Grundrisse sind so konzipiert, dass sich die Räume bei Bedarf einfach in normale Wohnungen umbauen lassen. Dazu muss man nur eine Trockenbauwand entfernen.

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Durch die Entwicklung der jüngsten Zeit ist es fraglich, ob die beiden Neubauten am Mühlweg überhaupt als Unterkunft für Geflüchtete benötigt werden. Zum Einen hat der Zuzug stark nachgelassen, zum Anderen will die Stadt eine Gemeinschaftsunterkunft in Nieder-Roden (Borsigstraße 35) anmieten. Dort will der Magistrat allein stehende Flüchtlinge einquartieren, die bisher auf Mietwohnungen verteilt sind. Dadurch soll preiswerter Wohnraum für „Bestandsbürger“ frei werden.

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