„Aktion Rehkitz“ will Drohne kaufen

Tierschutz aus großer Höhe

Rodgau - Die „Aktion Rehkitz“ geht in die Luft: Der gut ein Jahr alte Verein will eine Drohne kaufen. Der so genanten Multikopter fliegt über Wiesen, spürt mit einer Wärmebildkamera junge Rehe auf und bewahrt sie so vor Tod oder Verstümmelung durch Mähmaschinen.

Auch in diesem Jahr möchte der Verein Jagdpächter und Landwirte kostenlos unterstützen: Seine mittlerweile 53 Mitglieder suchen am Abend vor dem Mähen Wiesen ab, um Kitze, aber auch junge Hasen und Bodenbrüter wie Fasane, Feldlerchen und Rebhühner aus der Gefahrenzone zu bringen. Das tun die Tierretter bisher zu Fuß oder mit privaten Fluggeräten.

Vorsitzender Dr. Karl Giebel erläuterte bei der Hauptversammlung, dass die Helfer bis zu vier Rehkitze pro Wiese finden und einem Fachmann zur weiteren Betreuung überlassen. Weil die Vereinsmitglieder meist engagierte Laien sind, legt der Verein besonderen Wert darauf, dass immer ein Jagdpächter, Jagdaufseher oder Landwirt die Suchaktion leitet. Nach getaner Arbeit, so der zweite Vorsitzende Thomas Köthe, stellen sie Stangen auf , an denen Flatterbänder, Styroporkartons oder Blinkleuchten befestigt sind. Die sollen verhindern, dass bis zum Mähen wieder Rehe auf die Wiese kommen oder gar Kitze gesetzt werden.

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Kassenwart Michail Gross nannte die Finanzlage „gut, aber durch weitere Spenden ausbaufähig“. Neben Spenden von Bürgern hat die „Aktion Rehkitz“ Fördermittel der Stadt Rodgau und der Stiftung „Miteinander Leben“ sowie Spenden von Banken und der Fraport AG erhalten. Dieses Geld bildet den Grundstock für den Kauf der fliegenden Kamera. (lö)

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