Heribert Schwab macht sich mit Imkerfreunden für eine alte Rasse stark

Die Ur-Biene soll weiterleben

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Heribert E. Schwab mit den Völkern, die zur Rettung der dunklen Bienen beitragen sollen, auf dem Grundstück südlich des Jügesheimer Gewerbegebiets. Auf der 5000 Quadratmeter großen Fläche könnten noch weitere Stöcke Platz finden.

Jügesheim - Alte Rassen sind wieder gefragt: Schweine-, Rinder-, Geflügelzüchter und Obstbauern wollen ältere Arten erhalten oder wieder ins Spiel bringen, um die Auswahl vielfältiger zu machen. Imker Heribert E. Schwab aus Rodgau will nun die Ur-Biene wieder ansiedeln. Von Simone Weil 

Heribert E. Schwab, der sich als Tüftler mit Erfindungen wie dem Sarg als Bausatz oder auch Bausätzen für Bienenkästen einen Namen gemacht hat, ist seit etwa sechs Jahren auch Imker. Er hat sich mit einer Handvoll hiesiger Züchter zusammengetan, um die dunkle europäische Biene (apis mellifera mellifera) vor dem Aussterben zu bewahren. In einem Pilotprojekt versuchen sie derzeit, zwei Völker dieser Ur-Biene heranzuziehen, haben Königinnen über eine Belegstelle bezogen, um reinrassige Tiere züchten zu können. Unterstützt werden sie dabei von Ingrid Kratz, die das 5 000 Quadratmeter große Grundstück in Jügesheim zur Verfügung gestellt hat.

„Diese einst hier ansässige Biene ist wesentlich resistenter gegen moderne Industriekrankheiten, Milben und Viren“, sagt Schwab. Bundesweit sind es wohl 500 Imker, die sich im Zuchtverband Dunkle Biene Deutschland dafür einsetzen, dass die alte Art nicht ausstirbt, die seit den Nachkriegsjahren fast verschwunden ist. Deswegen freuen sich die Imker sehr, dass sie von den Vereinten Nationen als vorbildliches Projekt ausgezeichnet wurde, weil sie sich bemühen, den Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten.

Statt der dunkel oder fast schwarz gefärbten Ur-Biene hat sich die Sorte apis mellifera carnica verbreitet, die von vielen Imkern als eine der besten Rassen angesehen wird. Doch bei diesen sei der Pflegaufwand und der Einsatz von Präparaten gegen Milbenbefall deutlich höher, sagt Schwab: „Es ist doch ökologische sinnvoll, darüber nachzudenken, ob der Aufwand für die apis mellifera carnica notwendig ist, wenn es eine resistentere Art gibt.“

Mann mit 45 Kilo schwerem Bienenschwarm bedeckt

Deswegen der Imker und seine Mitstreiter sich freuen, wenn noch weitere Menschen Projekt unterstützen würden. 50 zu 50 stünden die Chancen, dass sich die dunkle Biene entsprechend vermehrt und in Rodgau eine Zukunft hat. Wer sich für die Rettung der alten Art interessiert, meldet sich unter Tel.: 06106/290759 oder hs@hsnetcom.de

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