Vereinsfusionen in Rodgau

Ausweg aus der Steuerfalle bei Vereinsfusionen?

Rodgau - Können Vereine bei Fusionen eventuell doch die dann vom Finanzamt geforderte Grunderwerbssteuer sparen? Der Kassenwart der Turngemeinde Hainhausen, Steuerberater Jörg Mades, gibt dazu erhellende Hinweise.

Er reagiert damit auf unseren Bericht in der heutigen Ausgabe. Darin hatten wir die Problematik aufgezeigt, dass Sportvereine bei der Verschmelzung und der damit verbundenen Zusammenführung ihrer Grundvermögen erhebliche finanzielle Lasten in Form von Grunderwerbssteuer zu erwarten haben.

Mades schreibt in einer Mail an die Redaktion, dass nicht nur Großkonzerne bei einer Fusion von dieser Steuer befreit seien, sondern seit 2013 auch Grundstücksübertragungen bei kommunalen Zusammenschlüssen. Dies gelte zum Beispiel für Grundstücke in kommunalen Eigenbetrieben. Diese relativ neue Vorschrift eröffne im Hinblick auf eine Steuerbefreiung von gemeinnützigen Vereinen eine neue Perspektive. „Wenn schon Zusammenschlüsse im Konzern und bei Kommunen befreit werden, warum dann nicht auch gemeinnützige Vereine? Das Argument des verfassungsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatzes wiegt nun schwerer“, argumentiert Mades.

Anfang dieses Jahres hatte er den Sportkreis Offenbach und den Landessportbund auf diese Problematik hingewiesen und seine Ausführungen weitergegeben. Auch regte er an, der Landessportbund solle – eventuell in Zusammenarbeit mit den anderen Landesverbänden – eine öffentliche Petition unterstützen. Mades: „Hierzu hätte es 50.000 Unterschriften, die mittlerweile auch online abgegeben werden können, bedurft. Klingt viel, ist aber vorstellbar. Wenn man Rodgau mobilisiert, bekommt man bestimmt schon 3000 zusammen.“ (bp)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Kommentare