95. Geburtstag des Musikvereins Weiskirchen

Wiesn-Stimmung auf Waldfestplatz

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Das Dirndl war für die meisten Damen gern getragene Pflicht beim Geburtstags-Oktoberfest im Weiskircher Wald.

Weiskirchen - Im Jahr 1921, also vor 95 Jahren, wurde der Musikverein Weiskirchen gegründet, und um Punkt 19. 21 Uhr wurde am Freitagabend der Bieranstich zum halbrunden Geburtstag vorgenommen.

Mit nur zwei Schlägen gelang es Bürgermeister Jürgen Hoffmann, die Wiesn im Wald noch in der „Gründungsminute“ zu eröffnen. Von diesem Moment an kannte die Feierlaune an der Waldfreizeitanlage kein Halten mehr. Von Freitag bis Sonntag tanzten weit mehr als 1000 Besucher zu bayrischer Gaudimusik und eine zelebrierten geradezu Wiesn-Stimmung. Der Anstich war geglückt, der klassische Oktoberfestsong „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ wurde auf der Bühne und im Zelt angestimmt. Claudia Jäger, Erste Kreisbeigeordnete und Schirmherrin der Veranstaltung, Jürgen Hoffmann, Herbert Massoth, der Vorsitzende des Musikvereins und Julian Menner, der Braumeister der Glaabsbräu, erhoben zum Auftakt des Festes zusammen mit einer Vielzahl an Besuchern erstmals das Glas Festbier.

Dieser Startschuss war die Freigabe der Bühne für die ersten musikalischen Einlagen. Die Partyband „Soulution“ aus Rodgau machte den Anfang und unterhielt die Besucher - die meisten im Bayern-Look - für mehrere Stunden. Zusammen mit einigen Verantwortlichen des Musikvereins nahm die Band dabei auch gleich an der Krönung der „Miss Oktoberfest“ teil. 18 Kandidatinnen hatten sich gemeldet, um an der Wahl, deren Siegerin vom Publikum mittels Applaus gekürt wurde, teilzunehmen.

Kaum war das erste Fass Festbier angezapft, hielt"s nur noch wenige Gäste des Musikvereins Weiskirchen auf den Sitzen - mitsingen im Stehen war angesagt.

Unter den adretten Dirndlträgerinnen setzte sich letztlich Stefanie Stefanides durch. Die gebürtige Weiskircherin habe allerdings auch einen kleinen Heimvorteil gegenüber manch anderer Kandidatin genossen, mutmaßte Sebastian Wilhelm, der 2. Vorsitzender des Musikvereins. An der Anzahl der Kandidatinnen konnte man aber ablesen, dass der Titel überaus begehrt war. Dies sei überhaupt der Grund dafür gewesen, dass die Wahlen zur „Miss Oktoberfest“ auch stattgefunden hätten. „Eigentlich war dieses Jahr gar keine Krönung zur Miss Oktoberfest geplant gewesen. Das hat sich eher spontan ergeben, als direkt Freitagabend mehrere spätere Teilnehmerinnen sich nach den Wahlen, welche wir im Vorjahr gemacht hatten, erkundigt haben“, erklärte Sebastian Wilhelm.

Ursprünglich wollte der Musikverein wegen des Geburtstags nämlich voll auf Liveprogramm setzen. Deshalb habe man ja auch neben „Soulution“ auch die Oktoberfestband „Volldampf“ und das „Heddemer Dreigestirn“ des Frankfurter Oktoberfestes engagiert. Als Abwechslung zur Musik sei eigentlich nur eine Einlage des Rodgauer Tanzsportclubs, der mit einem „Boogie-Woogie“ brillierte, vorgesehen gewesen.

„Wiesn im Wald“ von Weiskirchen: Bilder

Selbst spielen konnte der Musikverein allerdings nur beim Festzug am Sonntag. Vom Feuerwehrhaus in Weiskirchen zog das Orchester mit einem Pferdegespann d durch den ganzen Ort, um letztlich wieder beim Festzelt anzukommen und das Frühschoppen zu eröffnen. Mehr Auftritte waren durch die vielen Arbeiten, die die Mitglieder erledigen mussten, nicht möglich gewesen: rund 70 Helfer mussten 100 Dienste stemmen. Der Aufbau der Wiesn im Wald hatte schon Mittwoch begonnen.

Musikalisch gaben die Weiskircher die Regie nach dem Festzug dann auch gleich wieder an die „Original Hainburger“ Trachtenkapelle ab. Die machte beim Frühschoppen auf der Bühne Stimmung. Während dessen hielt das Kinderschminken auch die Kleinen bei Laune. Insgesamt sei das Geburtstagsoktoberfest ein voller Erfolg gewesen, hielt Sebastian Wilhelm abschließend fest. „Wir haben durchweg positive Resonanz erhalten“, freute er sich. sjs

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