Mehr als 47.000 Unterstützer bei Online-Petition

Drohende Schließung: Wildtierstation hofft auf Güterichter

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Petra Kipper mit einer Tigerpython. Die Tierschützerin soll ihre Tierauffangstation schließen.

Dudenhofen - Die Wildtierauffangstation in Dudenhofen und das Veterinäramt des Kreises Offenbach wollen ihren Streit in einer gerichtlichen Mediation beilegen. Mehr als 47.000 Unterzeichner einer Online-Petition setzen sich für einen Erhalt der Station ein. Von Ekkehard Wolf 

Der Verein „Wildtierarche“ nehme das Angebot eines Mediationsverfahrens an, teilt dessen Vorsitzende Petra Kipper auf Anfrage mit. Der Kreis Offenbach habe dieses Verfahren vorgeschlagen. Der Verein strebe nun an, die Duldung der Auffangstation bis zum Abschluss der Mediation zu verlängern. Seit 31. Juli darf die Station keine Tiere mehr aufnehmen. Das Veterinäramt duldet die Einrichtung noch bis Ende Oktober. Der Kreis sei „nach wie vor guten Willens (...) die Angelegenheit gütlich zu erledigen“, teilte Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger vor zwei Wochen auf Anfrage der Grünen im Kreistag mit.

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Der Kreis hatte es abgelehnt, eine „Erlaubnis zum Halten von Tieren in einem Tierheim oder in einer ähnlichen Einrichtung“ zu erteilen. Als Gründe nennt Claudia Jäger unter anderem „mangelnde geeignete Räumlichkeiten für die Unterbringung der Tiere sowie fehlende Sachkunde für verschiedene Tierspezies“. Seit ungefähr 30 Jahren kümmert sich Petra Kipper ehrenamtlich um Wildtiere. In der Auffangstation an der Kronberger Straße fanden allein im vergangenen Jahr rund 700 Wildtiere eine vorläufige Bleibe.

„Die Wildtierarche Rodgau muss auch weiterhin bestehen bleiben“, fordert eine Online-Petition auf dem Portal change.org. 47.522 Personen (Stand: gestern, 16 Uhr) unterstützen diese Petition. Sie wendet sich an Landrat Oliver Quilling, die Landestierschutzbeauftragte Dr. Madeleine Martin und die hessische Umweltministerin Priska Hinz. Die breite Zustimmung stärkt den Tierschützern den Rücken für die bevorstehende Mediation - obwohl beide Verfahren unabhängig voneinander sind.

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„Ein Güterichter am Verwaltungsgericht Darmstadt wird das Mediationsverfahren leiten“, weiß Petra Kipper, die schon ein solches Verfahren hinter sich hat. Damals hatte sie gegen den Kreis Offenbach geklagt, um einen Raum für nachtaktive Tiere genehmigt zu bekommen. Diesmal geht es um die Zukunft der ganzen Wildtierstation. Das Ziel der Mediation ist ein Vergleich, den beide Seiten akzeptieren können. „Am besten wäre es, wenn das Gütegerichtsverfahren in der Station möglich wäre“, sagte Petra Kipper gestern gegenüber unserer Zeitung, „dann könnten sich alle vor Ort ein Bild machen.“

Von der Liste der staatlich anerkannten Auffangstationen im Regierungsbezirk Darmstadt ist die „Wildtierarche“ einstweilen gestrichen. Dabei tut Petra Kipper nach eigenen Worten nur das, was laut Bundesnaturschutzgesetz jeder Bürger darf: nämlich „verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufnehmen, um sie gesund zu pflegen“, wie es in einem Merkblatt des hessischen Umweltministeriums heißt. Bedingung: „Die Tiere sind unverzüglich freizulassen, sobald sie sich selbstständig erhalten können.“

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