Zweifel an Höhe der Nebenkosten

Prozess um Sozialwohnungen an der Ludwigstraße

Jügesheim - Nebenkostenabrechnungen der Stadt für ihre Sozialwohnungen an der Ludwigstraße sind fragwürdig.

Rentner Werner Kohlhepp findet seine 51-Quadratmeter-Wohnung in der Ludwigstraße 58-60 „eigentlich super“, sagt der Mann. Nur die explodierenden Nebenkosten mag er nicht schlucken. 2013 hatte er mit 101 Euro angefangen, jetzt soll er 220 zahlen. Auf 600 Euro warm käme er dann – für eine kleine Sozialwohnung. Kohlhepp zahlte 2013/14 nicht in voller Höhe, weil er die Forderung anzweifelt. Die Stadt als Vermieter klagt nun vorm Amtsgericht Seligenstadt wegen knapp 3800 Euro. Das kann zum Eigentor werden. Zivilrichter Sascha Behncken regte im Prozess gestern an, der Rodgauer Magistrat möge „seine Hausaufgaben machen“. Zu viel sei nicht eindeutig zuzuordnen. Vereinbart sei ein Umlagenschlüssel nach dem Verhältnis zur Wohnfläche. Abgerechnet werde aber nach Wohneinheiten. Unklar sei die Aufteilung von Allgemeinstrom und Betriebsstrom.

Werden Kosten der städtischen Bücherei in der Liegenschaft auf alle umgelegt? Entgegen der Vereinbarung würden Kosten für die Wartung des Garagentors umgelegt. Die Rechnungen des Hausmeisterservice seien nicht ausführlich genug. Offen sei, weshalb in leer stehenden Wohnungen in den zwei Gebäuden laut Techem-Abrechnung trotzdem „ein nicht unerheblicher Verbrauch“ anfiel. Allein mit Frostschutz sei dies nicht begründbar. Der Richter schlug vor, die Stadt solle zusammen mit den Versorgern Infos nachliefern und sich mit Kohlhepp im Rathaus treffen. Dabei werde sicher Vieles geklärt. Danach könne es einen weiteren Gerichtstermin geben. Die Stadt will dem entsprechen. Kohlhepps Anwalt Peter Sürth sind weitere „fünf bis sechs“ Prozesse um die Nebenkosten in der Ludwigstraße bekannt. (bp)

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Rubriklistenbild: © dpa

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