Stadt lässt die Straße Am Schwimmbad für 660.000 Euro sanieren

Anlieger bezahlen freiwillig mit

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Die Straße Am Schwimmbad ist eine rund 280 Meter lange Baustelle. Sie wird von Grund auf saniert und zwar so, dass ihr Unterbau auch schwere Lastwagen problemlos verkraftet: Am vorderen Ende fahren die Lieferanten des Märktezentrums rein und raus, am hinteren Ende will die Stadt die knapp einen Hektar große Industriebrache Perlite neu nutzen.

Urberach - Die Stadt steckt fast eine Million Euro in den Straßenbau. Als erstes lässt sie die Straße Am Schwimmbad von Grund auf sanieren. Kostenpunkt: 660.000 Euro. In einigen Wochen folgt der Wiesengrund in Ober-Roden, dessen Sanierung mit 300.000 Euro veranschlagt ist.

Zwischen Badehaus und dem einstigen Perlite-Werk hat die sogenannte grundhafte Sanierung der Straße Am Schwimmbad begonnen. Auf den ersten rund 60 Metern wird nur der Asphalt abgefräst und erneuert, die restlichen 220 Meter sind eine Großbaustelle. Asphalt und Unterbau werden rund 70 Zentimeter tief ausgebaggert. „Wir entsorgen 2250 Quadratmeter Asphaltaufbruch und 1 950 Kubikmeter Erdaushub“, macht Lothar Dreger, der Leiter der städtischen Tiefbau-Abteilung, die Dimensionen deutlich. Die wichtigste Zahl ist in des die 130.000. So viel Euro steuern die Anlieger nach fast dreijährigen Verhandlungen zur Sanierung bei. Das meiste Geld kommt von der Immobiliengesellschaft, die das Märktezentrum managt. Auch die Berufsakademie beteiligt sich an den Kosten. Die Stadt (Skateranlage), die Kommunalen Betriebe (Badehaus) und der Kleingärtnerverein Erlenwald sind ebenfalls mit dabei.

„Das ist ein Beispiel herausragenden Verwaltungshandelns, als Schutzschirmkommune die grundhafte Sanierung einer Straße ohne Straßenbeitragssatzung genehmigt zu bekommen“, schwärmte Bürgermeister Roland Kern gestern bei einer Baustellenbesichtigung. Er und Bauamtsleiter Thomas Kron verhandelten nicht nur intensiv mit den Anliegern, sondern auch mit der Kommunalaufsicht und mehreren Landesministerien. Die 660.000 Euro teure Komplettsanierung wird aus drei Töpfen bezahlt: Das ist zum einen besagte Anliegerbeteiligung, zum andern sind"s Mittel für den allgemeinen Straßenbau in Urberach und Geld aus dem Kommunalen Investitionsförderprogramm (KIP) der Landesregierung.

Die Straße Am Schwimmbad hat künftig eine 6,25 Meter breite Fahrbahn und bekommt auf der Badehaus-Seite einen 2,50 Meter breiten Gehweg, den auch Radfahrer mitbenutzen dürfen - sofern sie Schrittgeschwindigkeit fahren. Auf der anderen Seite wird der Gehweg vom Märktezentrum bis zur Berufsakademie verlängert. Quer zur Fahrbahn entstehen 35 Parkplätze, darunter ein behindertengerechter, und eine befestigte Fläche für drei Glascontainer. Am hinteren Ende baut die Stadt einen Kreisel, an dem auch schwere Lastwagen wenden können. Von dort soll das geplante Gewerbegebiet auf dem ehemaligen Perlite-Gelände (10.000 Quadratmeter) erschlossen werden.

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Im Herbst werden 13 Rotahorn-Bäume als Ersatz für die im Frühjahr gefällten Pappeln gepflanzt. Die Pappeln prägten fast 70 Jahre das Ortsbild in diesem Teil von Urberach. Weil sie von innen verfaulten und keinem Sturm mehr stand gehalten hätten, hatte ein Gutachter der Stadt zum Kahlschlag geraten. Im Zuge der Bauarbeiten erneuern beziehungsweise ergänzen Wasserzweckverband, Telekom, HSE und andere Versorger ihre Leitungen. Unter anderem wird die Gasleitung, die bislang 40 Zentimeter unter der Straßenoberfläche verlief, 60 Zentimeter tiefer in den Boden verlegt.

Während der Sanierung bleibt immer eine Hälfte der Fahrbahn frei. So können selbst Lastwagen mit Anhänger die Geschäfte im Märktezentrum beliefern. Auch Berufsakademie und Kleingärten sind erreichbar. Als nächste Straße steht der Wiesengrund in Ober-Roden zur grundhaften Sanierung an. Nach Auskunft von Tiefbauamtsleiter Dreger ist der Auftrag mit einem Volumen von 300.000 Euro vergeben. Die Arbeiten sollen in den kommenden drei bis vier Wochen beginnen.

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