Tierschützerinnen pflegen „Hope“ 

Alt und blind: Hundedame einfach ausgesetzt

Ober-Roden - Herzloser geht’s kaum noch: Unbekannte haben eine alte, fast blinde Hündin am Rödermarkring ausgesetzt. Eine Ober-Röder Tierfreundin hat das arme Tier inzwischen soweit aufgepäppelt, dass es wieder auf allen Vieren laufen kann. Von Michael Löw 

Zum Herzerweichen: „Hope“ ist eine kranke Hundeseniorin, die in der Nähe der neuen Jet-Tankstelle aufgegriffen wurde. Tierschützerin Karin Milde hofft, dass sie ein Gnadenplätzchen findet und „Hope“ einen guten Lebensabend verbringen kann.

Wenn Karin Milde von „Hope“ erzählt, kommen ihr immer wieder die Tränen. Die nur noch viereinhalb Kilo leichte Hündin - vom Gesicht ein Yorkshireterrier, vom Fell ein Zwergpudel - taumelte vor gut einer Woche Angelika Overländer vor die Füße: völlig abgemagert, hinkend, das Fell verfilzt. Sie rief Karin Milde und Elwine Gaubatz an, die Straßenhunden aus Ungarn und Spanien zu einem besseren Leben verhelfen, und bat um Unterstützung. Die Ober-Röder Tierschützerinnen gaben dem Findling vom Rödermarkring einen Namen: „Hope“ (Hoffnung), weil sie hofften, dass die Hündin die nächsten Tage überlebt. Denn die Diagnose des Tierarztes klang niederschmetternd: „Hope“ ist auf einem Auge blind, hört fast nichts mehr und hat Herzgeräusche und einen Katzenbuckel. „Sie ist eine Kämpfernatur“, hat Karin Milde festgestellt und freut sich, dass die wahrscheinlich zehn Jahre alte Hündin wohl über den Berg ist.

Trotzdem braucht „Hope“ noch viel Zuneigung. Karin Milde füttert sie abwechselnd mit Babynahrung und Senioren-Schonkost. Das hat die kleine Hündin buchstäblich wieder auf die Beine gebracht. Sie kann wieder auf allen Vieren laufen und rutscht nicht länger mit den Hinterläufen weg. In zwei bis drei Wochen ist „Hope“ wieder bei Kräften - ihrem hohen Alter entsprechend. Die Hundeseniorin wurde „bewusst entsorgt“, klagt Karin Milde gefühlskalte Ex-Besitzer an. Die wollten offensichtlich Tierarztkosten sparen, die mit zunehmendem Alter in die Höhe schießen. Für diese These sprechen nicht nur der Fundort an der Umgehungsstraße und der Zustand von „Hope“, sondern auch die Tatsache, dass weder bei der Polizei noch in Tierschutznetzwerken eine Vermisstenanzeige existiert.

Leserbilder zum Welthundetag 2015 (Teil drei)

Elwine Gaubatz und Karin Milde suchen ein Gnadenplätzchen, damit „Hope“ Hoffnung auf einen guten Lebensabend hat. Wegen der schwachen Beine wäre eine Erdgeschosswohnung die beste neue Heimat. Kontakt: 06074/93449 (Karin Milde) oder unter 017276915130 (Elwine Gaubatz).

Rubriklistenbild: © Löw

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