„Für die Zukunft unseres Landes“

Bouffier beim CDU-Haspelessen in Ober-Roden

+
Im Hochzeitssaal des Rathauses trug sich Ministerpräsident Volker Bouffier ins Goldene Buch ein, begleitet von Bürgermeister Roland Kern, Landtags-Vizepräsident Frank Lortz, Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Beldermann und Erstem Stadtrat Jörg Rotter (von links).

Ober-Roden - Ministerpräsident Volker Bouffier bei Haspel und Kraut in Ober-Roden: Nicht nur wegen Eisbein und Sauerkraut vom „Herschwerth“ war die Kulturhalle beim Haspelessen der CDU bis auf den letzten Platz gefüllt. Von Christine Ziesecke

Sicher war es auch der prominente Gast, den Rödermarks Parteivorsitzende Patricia Lips mitbrachte. Kurz vor der Kommunalwahl freuten sich die Gäste auf motivierende Worte des Landeschefs, der sich den ganzen Abend Zeit genommen hatte, genau fünf Jahre nach seinem letzten Rödermark-Besuch. Das Haspelessen war großartig – ich versuche den Nachtisch zu machen.“ Dann ging er auf die Suche nach der abhanden gekommenen Politikbegeisterung vieler Menschen – was sich gerade bei Kommunalwahlen immer deutlicher zeigt. „Der heutige Abend soll uns auch Nahrung und Kraft geben für die bevorstehende Herausforderung.“ Schließlich sei nichts überzeugender als persönliches Ansprechen.

Er klärte dazu die Grundlagen „Wo stehen wir eigentlich?“ und kam zu dem Ergebnis, dass die Stadt, der Kreis, die Region so gut dastehe wie niemand anderer – „das ist kein Anlass zur Überheblichkeit, aber Grund zur Dankbarkeit“ Der Grund: Noch nie waren so viele Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt wie heute. Dafür lege das Land auch Grundlage mit finanziellen Anreizen, mit Investitionen in Bildung und Forschung. „Wir müssen den Menschen sagen: Wir brauchen dich, aber wir tun auch etwas dafür!“

Nur so sei auch die große Herausforderung der Flüchtlingswelle zu meistern. Eindringlich verteidigte er die Maßnahmen der Bundeskanzlerin, verteidigte auch daraus entstehende Schwierigkeiten und womöglich falsche Entscheidungen, machte aber überdeutlich klar, dass die Zuwanderung nun gebremst werden müsse. Das geschehe möglichst mittels einer europäischen Lösung, vor allem aber im ständigen Austausch etwa mit der Türkei und mit aktiver Unterstützung an deren Grenzen. Generell gilt: Lieber mit hohen Beiträgen Ländern vor Ort helfen, als ihre Flüchtlinge hier zu unterstützen.

Ticker zur Kommunalwahl in Rödermark

Vor Ort und gemeinsam heiße es handeln, gemäß dem „Aktionsprogramm für die Aufnahme der Flüchtlinge“, das ausschließlich in Hessen den wichtigen Zusatz habe „und für den Zusammenhalt der Gesellschaft“. Hier werde vom Land vor allem mit schnelleren Sprachkursen, mit Zuschüssen für Kitas und Schulen, für Wohnungsbau und für Polizei und Ähnliches geholfen. „Wir machen das nicht wegen der Flüchtlinge, sondern wegen der Zukunft unseres Landes.“ Der stehende Beifall seiner Zuhörerschaft war dem Ministerpräsidenten zum Abschluss sicher.

Tradition beim Haspelessen: Mit Sabine Sauer meldete sich formell ein neues Mitglied an, sehr zur Freude der weit über 400 zum Teil hochrangigen Gäste im Saal, die zuvor über 300 Haspelchen, je 150 Leber- und Blutwürste, 230 Scheiben Fleischkäse und manches mehr, unter anderem 150 vegetarische Maultaschen, genossen hatten.

Bilder: Bouffier lobt Sternsinger für soziales Engagement

Zum Einstieg in den geselligen Abend hatte sich der Ministerpräsident bereits im Hochzeitssaal des Ober-Röder Rathauses ins Goldene Buch eingetragen – und war mit seinem Landtags-Vizepräsidenten Frank Lortz und mit Bürgermeister Roland Kern so sehr ins Erinnern gekommen, dass in der Kulturhalle fast die Haspelchen kalt wurden: Am 1. Dezember 1982 fingen sie gleichzeitig im Hessischen Landtag an.

Der Jurist Roland Kern, damals noch recht „alternativ“, trug eine wundersame Kiste mit sich - darin lag seine eigene hessische Verfassung. Und Kern wurde umgehend Vizepräsident, einer der Vorgänger von Frank Lortz. Bouffier – damals als Landesvorsitzender der Jungen Union – wiederum war das jüngste Landtagsmitglied, war gerade noch so über den letzten der gewählten Listenplätze hineingerutscht und hatte (was ihn heut noch freut) dennoch das erste Faxgerät für sein Landtagsbüro bekommen – solche und ähnlich staatstragende Erinnerungen schwirrten im Rathaus herum. So auch das eine: Hätte Bouffier 1992 nicht die Direktwahl der Bürgermeister eingeführt, wäre es zum Plaudern in dieser Konstellation wohl nie gekommen.

Bilder: Vorsätze und Wünsche von Hessens Promis für 2016

Kommentare