Feierstunde im „Roten Oswald“:

Liebeserklärung an zwei Länder

Ober-Roden - Ein guter und durchaus auch würdevoller Brauch der Stadt Rödermark ist es seit Jahren, zum Tag des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland jene Bürger öffentlich zu begrüßen, die im abgelaufenen Jahr die deutsche Staatsangehörigkeit bekommen haben. In diesem Jahr betraf das 47 Menschen aus 19 Ländern – von A wie Afghanistan bis V wie Vereinigtes Königreich.

So bunt ist Rödermark: Elf von 47 Bürgerinnen und Bürgern, die in den vergangenen zwölf Monaten deutsche Staatsbürger wurden, kamen zur Feierstunde ins Musikgebäude der Nell-Breuning-Schule.  

Bei der Einbürgerungsfeier am Freitagabend rief Bürgermeister Roland Kern viele türkische Namen auf. Die Türkei war erneut mit zehn Neubürgern das am stärksten vertretene Land. Doch so exotische Nationen wie Haiti oder die Philippinen verliehen der Feierstunde im „Roten Oswald“, dem Musikgebäude der Nell-Breuning-Schule, ein ganz besonderes Flair. Für eine besondere Note sorgten „Langer & Langer“, die in Rödermark beheimateten und weithin bekannten Jazzgitarristen Thomas und Stephan Langer, die vor vielen Mitgliedern aus Magistrat, Stadtverordnetenversammlung und Vereinen eigene Kompositionen präsentierten. Bürgermeister Roland Kern erläuterte den Grund für die Verzögerung der Einbürgerungsfeier um einige Tage. Denn am Tag des Grundgesetzes, am 23. Mai, war er mit den Stadtverordneten Stefan Gerl und Reimund Butz und vielen weiteren Kommunalpolitikern in Berlin bei Bundespräsident Joachim Gauck zu Gast - ein guter Vorlauf für diese kleine Feierstunde. „Der Pluralität mehr Rechnung tragen und mehr Respekt vor Anderen erweisen - das gilt besonders, seit Deutschland ein Einwanderungsland wurde“, betonte Kern und gab zu: „Wir begrüßen Sie alle, weil auch wir neugierig sind und Sie kennen lernen wollen!“

Der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Samuel Diekmann brachte den Gästen Gedanken rund um die Präambel und den Artikel 22 des Grundgesetzes, wonach alle Staatsgewalt vom Volks ausgeht, nahe und sagte: „Ich bin ein absoluter Fan dieses Grundgesetzes, weil es die Seele unseres Staates ist, die aus der Nachkriegszeit atmet.“ Diekmann betonte: „Wir wollen Verantwortung übernehmen für den Frieden in der ganzen Welt!“ Aus der Reihe der elf anwesenden Neubürger bedankte sich der aus der Türkei stammende, jetzt in Urberach beheimatete Süleyman Erdem (74), mit herzlichen Worten: „Ich lebe gerne hier. Ich bin glücklich hier in Deutschland. Ich liebe Deutschland, ebenso wie mein Mutterland, die Türkei!“

Mit der Einbürgerungsfeier soll die Entscheidung für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit in angemessener Weise gewürdigt und die mit Rechten und Pflichten verbundene Aufnahme in die Wertegemeinschaft der Bundesrepublik Deutschland dokumentiert werden. Den Abschluss der Feierstunde bildete wie immer das gemeinsam gesungene Deutschlandlied, diesmal musikalisch begleitet vom jungen Bläser Felix Kuhn mit seinem Euphonium.

chz

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