Freie Wähler fordern Initiative für mehr Ärzte

Vorbeugen gegen Medizinermangel

Rödermark - Patienten sorgen sich seit Monaten um die medizinische Versorgung: Ein Urberacher Hausarzt schloss seine Praxis Ende 2015, mindestens zwei weitere Ärzte nehmen keine neuen Patienten mehr an.

Die Freien Wähler fordern städtische Initiativen gegen den Medizinermangel. Die hausärztliche Versorgung war am Dienstagabend Thema im Stadtparlament. Die Freien Wähler (FWR) wollen Rödermark attraktiver für Mediziner machen. Der Magistrat soll prüfen, wie die Stadt die Ansiedlung neuer Ärzte erleichtern und die Erhaltung bestehender Praxen fördern kann. Außerdem soll die Kassenärztliche Vereinigung (KV) präzise Zahlen zur ärztlichen und zur fachärztlichen Versorgung sowie zum Bedarf liefern.

Der FWR-Stadtverordnete Siegfried Breslein beklagte eine „zunehmende Verschlechterung“ und befürchtet, dass sich die Situation weiter verschlimmern könne. Leidtragende seien sowohl ältere Menschen, die noch Zuhause wohnen, als auch Senioren in einem der zahlreichen Rödermärker Heime. Und wenn Rödermark wie prognostiziert insgesamt wachse, brauche die Stadt auch mehr Ärzte aller Fachrichtungen für alle Altersgruppen.

Bürgermeister Roland Kern meldete in der Sitzung schon erste Erfolge städtischer Bemühungen. Anfang 2017 verlegt ein auswärtiger Hausarzt seine Praxis nach Urberach. Bis dahin will er das frühere Sanitätshaus Klepper & May in der Konrad-Adenauer-Straße umgebaut haben. Der Mediziner, so Kern, verhandele derzeit mit der Bauaufsicht über letzte Details wie den Brandschutz. Zwei Investoren haben laut Bürgermeister bei der Stadt angefragt, ob in ihren Bauprojekten Arztpraxen möglich sind. Darüber hinaus wolle eine Fachärztin einen Allgemeinmediziner in ihre Praxis aufnehmen. Die Gespräche verliefen positiv, Einzelheiten könne er jetzt aber noch keine nennen.

Medizin kurios: Bei diesen Patienten staunt sogar der Arzt

„Aber wir können nicht mit dem Finger schnippen und ein Hausarzt ist da“, warnte der Bürgermeister vor übertriebenen Erwartungen. Mediziner seien Freiberufler und könnten ihre Praxen dort eröffnen, wo sie die ihrer Ansicht nach besten Bedingungen vorfinden. Nach den Zahlen der KV ist die hausärztliche Versorgung in Rödermark allenfalls zufriedenstellend: Ein Allgemeinmediziner betreut laut KV-Schlüssel knapp 1700 Patienten. Multipliziert man diese Zahl mit den hier praktizierenden Hausärzten sind nur etwa 19.000 der 28.000 Einwohner versorgt. (lö)

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