Anfänge vor 125 Jahren waren äußerst bescheiden

Freiwilligen Feuerwehr Urberach: Löscheimer musste genügen

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Ein Bild aus alter Urberacher Feuerwehrzeit: Das LF8, ein Opel Blitz, war 1953 bis 1970 einsatzbereit. Am Steuer sitzt auf dem Foto der frühere Wehrführer Michael Schwarzkopf.

Urberach - Die Freiwillige Feuerwehr Urberach hat eine stolze Geschichte. Am Wochenende blickt sie auf 125 Jahre zurück.

Vor der Gründung des Feuerwehrvereins in der Zeit vor 1900 war der Brandschutz Hauptaufgabe der Gemeinde. Jeder Einwohner sorgte sich mit viel Vorsicht selbst darum, dass kein Feuer aus Unachtsamkeit im Umgang mit Öllampen oder Öfen zur Katastrophe führte. Nachbarschaftshilfe war damals unerlässlich. Zwar gab’s schon im ausgehenden Mittelalter Feuerwehren, doch noch 1860 etwa machte in Urberach die Ausrüstung zur Brandbekämpfung keine große Hoffnung. Damals gab es eine einzige Feuerwehrspritze mit zwei Mündungsstücken und fünf Leinenschläuche, 99 leinene Feuereimer, eine „gute“ Leiter und zwei „Wasserbütten“. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war’s kaum besser.

Im Jahr 1813 wurden 80 Familien gezählt, die einen ledernen Feuereimer vorzeigten. Noch bis etwa 1935 konnte nur der Ortsbürger werden, der einen Feuereimer kaufen konnte. 1985 endlich wurde ein Spritzenhaus „mit Arrestlokal“ Ecke Frankfurter/Karlstraße (jetzt Sterkel) errichtet. Dann zog auch der Fortschritt in Urberachs Brandschutz ein. Ähnlich wie in vielen Nachbargemeinden beschäftigte man sich mit der Gründung von Wehren, die den Schutz der Bürger statt mit dem Feuereimer nun mit Pumpen und Schläuchen übernehmen sollten.

Anno 1891 wurde in Urberach eine Orts-Feuerlöschordnung erlassen, nach der die Wasserentnahmestellen (öffentliche Brunnen und der Schwarzbach) sowie eine Wasserbeschaffungsmannschaft und Fuhrleute festgelegt werden mussten. Mit Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Valentin Lotz und der Gemeinde versammelten sich am 5. April 1891 54 „mutige Männer“ (so beschreibt sie die Chronik), um die „Freiwillige Feuerwehr Urberach“ ins Leben zu rufen. Hauptmann wurde Martin Matthäus Schwarzkopf, Adjutant, Schriftführer und Rechner wurde Adam Weber, Zeugwart Peter Michael Euler; dazu kamen die beiden „Hornisten“ Reinhard Jans und Konrad Eder. Nun begann die regelmäßige Ausbildung der Feuerwehrmänner.

Archivbilder

Erfolgreiche Übung zum Jahresabschluss

125 Jahre später hat sich viel getan, sowohl in der personellen Besetzung wie in der Ausbildung und im Maschinenpark. Dafür, das alles zu zeigen und sich zu erinnern, wird am Wochenende ausgiebig Zeit sein, wenn die Orwischer Wehr ihren 125. Geburtstag feiert.

chz

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