40 Rödermärker pflegen ehrenamtlich das öffentliche Grün

Grünpaten packen kräftig mit an

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Beate Grix hat viel Zeit und Kraft in ihr Beet unweit der Kita Motzenbruch gesteckt.

Rödermark - Beate Grix hat einen grünen Daumen. Malven, Sonnenblumen, Mädchenauge und Fingerhut fühlen sich wohl in ihrem 1500 Quadratmeter großen Garten in Ober-Roden. Jetzt pflegt die Hobbygärtnerin auch noch öffentliches Grün. Beate Grix ist eine von 40 Grünpaten in der Stadt. Von Bernhard Pelka 

Beate Grix lockert mit einer kleinen Hacke vorsichtig die Lavasteinchen. Dann zupft sie Unkraut. „Die Pflanzen wachsen prima in diesem Substrat“, sagt die gelernte Zahntechnikerin zufrieden. Ein bisschen stolz kann sie auf das farbenfrohe Ergebnis ihres Engagements im Grünstreifen unweit des Familienzentrums Motzenbruch schon sein. Aus Wildwuchs hat die Anwohnerin ein schönes Beet gemacht. Das Lava-Substrat dafür lieferte die Stadt, die Pflanzen sammelte Beate Grix bei Freunden und Nachbarn ein. „Wenn ich mich schon engagiere, wollte ich wenigstens keine Kosten haben“, sagt die Grünpatin. Etwa 100 Quadratmeter Beete und Hecken pflegt sie gegenüber der Kita. Die Motivation dafür liegt weit zurück. „Der Wildwuchs dort hat mich schon gestört, als ich noch meinen Enkel in die Kita gebracht habe“, erzählt die Ehrenamtlerin. Seit 1. Januar arbeitet sie nicht mehr. „Da dachte ich, du kannst doch Grünpate werden.“ In der Zeitung fand sie dann die Adresse der städtischen Ehrenamtsbeauftragten Elke Heidelbach – und schon kam das entscheidende Telefonat zustande.

Vom Unkraut bis zum schönen Beet war es harte Arbeit. Beate Grix hat den wuchernden Bewuchs teils mit einem Pickel und viel Muskelkraft aus der staubigen Erde heraushacken müssen. Jetzt verwöhnen Zebragras, Gladiolen & Co. dort das Auge. Für weitere Flächen an der Kita sucht Elke Heidelbach übrigens noch tatkräftige Hilfe. Zu einem ersten Treffen kamen die Rödermärker Grünpaten jetzt im Rathaus Ober-Roden zusammen. Es gab einen regen Austausch über Grünflächenpflege und bienenfreundliche Gestaltung. Dabei gab die Stadt hilfreiche Hinweise zum Mulchen und zur umweltverträglicheren Unkrautbekämpfung.

Bilder: Ein Plätzchen im Grünen in Rödermark

Die Tätigkeiten der rund 40 Grünpaten, die sich für ein schönes und lebenswertes Rödermark einsetzen, sind ganz unterschiedlich: Einige Helfer gießen Bäume und Grünstreifen in trockenen Sommermonaten, manche haben die Grünflächen in Rücksprache mit der Stadt neu bepflanzt, andere Freiwillige sammeln Müll in der Nachbarschaft und entfernen Hundekot. Gerade Letzteres wird vor allem in Wohngebieten als problematisch empfunden. Hier hoffen die Grünpaten auf mehr Problembewusstsein der Hundehalter. „Einmal habe ich einen Hundehaufen in meinem Beet auf ein Tablett mit Messer und Gabel gelegt, um zu provozieren“, berichtet Beate Grix.

Bei dem Treffen wurde auch deutlich, dass die Grünpaten nicht nur Einzelkämpfer sind, sondern durchaus auch das Arbeiten in der Gruppe genießen, sich gegenseitig helfen und sogar von Anwohnern Unterstützung bekommen. „Wenn ich in Urlaub bin, gießt eine Nachbarin das Beet an der Kita.“ Es wird also der nachbarschaftliche Kontakt aktiviert und gepflegt. Die Grünpatenschaft hat deshalb mithin auch eine soziale und gesellschaftliche Komponente. Die Grünpaten in Waldacker treffen sich zum Beispiel für gemeinsame Pflanz- und Pflegearbeiten samstäglich zu einem geselligen „Kehr-In“.

Bunter Garten von Roswitha Müller aus Rödermark: Fotos

Die Männer und Frauen mit dem grünen Daumen geben der Stadt immer wieder wichtige Hinweise auf erforderliche Maßnahmen oder Missstände – etwa wenn Rückschnitte notwendig sind. Die Stadt schätzt diese Unterstützung sehr, sind doch die Finanzen im Haushalt für Pflegegänge immer begrenzter geworden. Die Stadt hilft den Freiwilligen dadurch, dass sie Lavamulch zur Verfügung stellt oder auch Grünschnitt und Laub nach Absprache einsammelt.

Ein nächstes Treffen ist Ende 20. oder 27. September geplant. Über neue Teilnehmer würden sich alle Beteiligten freuen. Wer Interesse an einer Grünpatenschaft oder Fragen dazu hat, melde sich bei der Ehrenamtsbeauftragten Elke Heidelbach bis Ende August unter E-Mail elke.heidelbach@roedermark.de oder Tel.: 06074/911-671.

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