Hessens größter Bezirk des Lions Clubs

Löwen-Chef aus Ober-Roden

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Werner Laudenberger, Governor des größten hessischen Lions-Bezirks (Mitte), und seine Vorstandskollegen Roswitha Hahn und Dr. Peter Rothkegel wollen den 100. Geburtstag des Clubs nicht einfach nur feiern. Ihr Ziel fürs Jubiläumsjahr: möglichst viele Notfallboxen unter die Leute bringen. Die enthält einen Vordruck mit persönlichen Daten, Adressen von Angehörigen und wichtigen Ärzte, Hinweise auf Krankheiten und vor allem auf Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht. In England steht die Box mittlerweile in 13 Millionen Kühlschränken, obwohl ihr Inhalt auch Hitze verträgt: Dr. Rothkegel: „Einen Kühlschrank gibt’s in jedem Haus. Da müssen die Rettungsdienste nicht lange suchen!“  

Ober-Roden - Der Lions Club, eigenen Angaben zufolge die weltweit größte, nicht regierungsamtliche Wohlfahrtsorganisation, wird nächstes Jahr 100. Von Michael Löw 

Die Fäden für den hessischen Teil der Jubiläumsfeiern laufen in der Kanzlei des Notars Werner Laudenberger in der Albert-Einstein-Straße zusammen. Im Juli, so ist’s im Lions Club seit 1917 Tradition, wechselt der Governor. Neuer Präsident des größten hessischen Lions-Districts ist der Rechtsanwalt und Notar Werner Laudenberger aus Frankfurt, der seine Kanzlei in der Albert-Einstein-Straße hat. „Anwalt bin ich derzeit höchstens im Nebenberuf“, scherzt er und weist auf das wichtigste Ereignis seiner zwölfmonatigen Amtszeit hin: Der Lions Club feiert 2017 sein 100-jähriges Bestehen. Rund um den Globus - „Es gibt außer in Nordkorea keinen weißen Fleck auf der Weltkarte“, sagt Laudenberger - und natürlich in Hessen. Der District 111, dessen Governor Laudenberger ist, ist mit Abstand der größte der drei hessischen Bezirke. In denen sind 127 lokale Lions Clubs mit 4 100 Mitglieder zusammengeschlossen. 130 Clubs sollen es am Ende seiner Amtszeit sein.

Weit wichtiger als dieses interne Ziel sind Laudenbeger die vier großen Themenfelder, die die Lions mit Blick aufs Jubiläum weltweit beackern: Hunger bekämpfen, Sehkraft retten, Umwelt schützen, Jugend fördern. „Lichtblicke für Kinder in Afrika“ heißt das Jahresprojekt 2016, das die deutschen Lions mit der Christoffel-Blindenmission in Angriff genommen haben. Wenn sie bis zum 24. November eine halbe Million Euro an Spenden zusammenbekommen, legen die Stiftung des Fernsehsenders RTL und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit jeweils die gleiche Summe drauf. Aus 500.000 Euro werden so 1,5 Millionen Euro. Das Geld soll beim Aufbau einer augenmedizinischen Versorgung in Benin helfen.

Was kleine Summen bewegen können

Die Lions unterstützen auch fliegende Augenkliniken. Das sind, so Governor Werner Laudenberger, Jumbo-Jets, die nicht mehr für Linienflüge eingesetzt werden dürfen. Trotzdem sind sie technisch noch gut genug für gelegentliche Flüge und stehen als mobile Kliniken am Rande indischer Airports. „Schon mit zehn Dollar kann man einem Menschen das Augenlicht zurückgeben“, verdeutlich Laudenberger, was kleine Summen bewegen können.

Das Thema Jugend hat ähnlich viele Facetten: „Lions Quest“ und „Klasse 2000“ fördern Lebenskompetenz, Prävention und Konfliktlösung, damit junge Menschen in eine aufgeklärte demokratische Gesellschaft hineinwachsen können. Dabei wollen die Lions mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingsdiskussion genau hinschauen, wen sie vorbehaltlos unterstützen - nämlich Menschen, die sich auf die elementaren Grundwerte einer freiheitlichen Gesellschaft einlassen. Die Förderung von Schulen und Kindergärten hat sich auch der Lions Club Rodgau/Rödermark auf die Fahnen geschrieben.

Geld ist aber nur ein Aspekt der Club-Aktivitäten. Tätiges Engagement - so beschreibt Laudenberger das, was die regierungsunabhängige Wohlfahrtsorganisation auszeichnet: „Lion sein bedeutet nicht nur das Scheckbuch zücken, sondern auch beim Weihnachtsmarkt Glühwein verkaufen.“ Jedes der weltweit 1,4 Millionen Mitglieder könnte theoretisch auch in den Dschungel geschickt werden, um mit dem transportablen Wasseraufbereitungsgerät „Paul“ abgelegene Dörfer zu versorgen.

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