Bereits drei tote Tiere

Hundehasser legt Köder mit Gift aus

+
Hundebesitzer wie Maria Meinel aus Urberach (hier mit Enkel Julia und Mischling Waldi) müssen auf der Bulau auf ihre geliebten Vierbeiner besonders gut achten. Dort hat ein irrer Hundehasser Giftköder ausgelegt. Waldi ist übrigens erst seit einer Woche Familienzuwachs. Der Hund wurde aus dem Tierheim Rüsselsheim nach Rödermark eingebürgert.

Rödermark - Ein Hundehasser verteilt in Rödermark Giftköder. Sie bestehen nach ersten Erkenntnissen aus Brot, das in eine giftige Flüssigkeit getaucht wurde. Hundehalter vermuten Rattengift. Die Rödermärker Tierarztpraxis Dr. Christiane Eidebenz warnt auf ihrer Facebookseite vor den Attacken.

In der Praxis wurde ein Hund wegen Verdachts auf Vergiftung behandelt. Vier weitere Tiere sollen betroffen sein. Drei davon seien verendet. Die Symptome sind Erbrechen, Krämpfe, Blut im Kot. Gefunden wurden Köder östlich der Bulau Richtung Neubaugebiet und in Messenhausen am Tennisplatz. Auch für den Dietzenbacher Hexenberg wurde inzwischen eine Köderwarnung herausgegeben. Erst vergangene Woche hatte ein Unbekannter in Rodgau-Jügesheim Fleischwurst am Feldrand ausgelegt, die gespickt war mit zerkleinerten Rasierklingen. Die Polizei ermittelt und bittet um Hinweise unter der Nummer 069/8098-1234.

Lesen Sie dazu auch:

Rasierklingen in der Fleischwurst

Beim Gassigehen ist die Sorge immer mit dabei

Rattengift auf der Hundewiese gefunden

Junge Hündin fast vergiftet

Ein ungutes Gefühl begleitet derzeit auch Hundefreunde in Dreieichenhain bei Spaziergängen mit Bello. Die Stadt warnt vor Giftködern. Einen Hund hat es bereits erwischt, heißt es aus dem Rathaus. Nach einem Spaziergang entlang des Offenthaler Wegs und in der Nähe des Friedhofs musste der Vierbeiner mit einer Vergiftung in die Tierklinik eingeliefert werden. Der Hund hat es überstanden. Die Ärzte bestätigen, dass es sich um Rattengift gehandelt hat.

Tipps von der Hunde-Expertin

Was sagen Experten zu den Vorfällen? Redaktionsleiter Bernhard Pelka sprach mit Hundetherapeutin Ute Riedner aus Ober-Roden. Die lizensierte Hundetrainerin kümmert sich in ihrer Schule „Hundetherapie-artgerecht“ meist um Problemfälle.

Wie kann man einem Hund antrainieren, dass er nichts frisst, was auf dem Boden liegt?

Das muss ganz konsequent mit Belohnung und positiver Bestärkung gemacht werden. Das heißt: Ich gebe ihm etwas Besseres zu Fressen, wenn er im Fall der Fälle auf das Nein hört. Ich muss das Nein draußen mit dem Hund trainieren und wirklich durchsetzen. Danach belohne ich den Hund mit etwas Besserem. Das nächste Kommando ist dann das Aus. Das heißt: Wenn er schon etwas aufgenommen hat, muss der Hund es auf Kommando auslassen. Nur ein Hund, der auf diese Kommandos hört, ist weniger in Gefahr als andere, die eben ihr Ding machen.

Aber manchmal geht das doch so schnell, dass er was findet und herunterschlingt.

Ja, ein Hund ist ein Raubtier. Sollte das der Fall sein, gehe ich hin und sehe nach, was er gefressen haben könnte und gehe dann eventuell sofort zum Tierarzt.

Sind Ihnen die aktuellen Giftköderfälle bekannt?

Ja, aus mehreren Quellen: aus der Zeitung, beim Tierarzt, in Geschäften, dem Internet.

Es soll sich um Brotköder handeln. Eher stehen Hunde doch auf Fleisch.

Da muss ich ehrlich sagen: Bei Brotködern muss der Hund schon sehr hungrig sein, dass er dran geht. Und wenn das dann noch in Gift getaucht ist. . . In der Regel werden Fleischbällchen oder Fleischwurst benutzt.

Warum wittern die Hunde das Rattengift in den Ködern nicht?

Ratten sind ja nicht dumm. Die riechen aber auch nicht, dass es sich um Gift handelt. Genauso ist das beim Hund. Vielleicht vermutet er manchmal, dass etwas nicht stimmt. Aber der Fress- und Beutetrieb überwiegt. Der Hund findet was und schlingt’s rein. Das gehört zum Arterhaltungstrieb.

Was empfehlen Sie Hundehaltern, die beim Spaziergang bemerken, dass mit ihrem Tier gesundheitlich plötzlich etwas nicht stimmt?

Ich appelliere immer, dass man seinen Hund genau beobachtet und nicht zu weit weglässt von sich. Dann kann man gut sehen, wenn er etwas frisst und nachsehen, was er aufgenommen hat: ist es Pferdemist, sind es Kuhfladen? Wenn man merkt, dass da etwas liegt, was da nicht hin gehört, sollte man sofort zum Tierarzt gehen. Wenn der Hund zittert, erbricht oder sich sonst komisch verhält: sofort zum Tierarzt.

Wie schnell muss man zum Tierarzt, wenn man die Symptome erkennt?

So schnell wie möglich. Bei Rattengift kann man das K-1-Vitamin spritzen, dann wird der Hund nicht krank. Es zählt im Notfall jede Minute.

Gibt es zum Beispiel Notfallnummern, die man immer bei sich haben sollte?

Ich habe in mein Handy alle Nummern aller Tierärzte und Tierkliniken im Umkreis eingespeichert. Das hat meinem Hund schon einmal das Leben gerettet.

Der süßeste Nachwuchs der Tierwelt

Der süßeste Nachwuchs der Tierwelt

Kommentare