Feuerwehr bekommt Hilfe aus drei Städten

104 Keller im Breidert unter Wasser

Rödermark - Das Unwetter, das am Samstagabend knapp eine Stunde über der Stadt tobte, hielt die Feuerwehr zwei Tage auf Trab. Erst am Sonntag waren die letzten der mehr als 100 vollgelaufenen Keller leer gepumpt.

Ein sintflutartige Regen hat am Samstagabend überwiegend das Breidert und einige wenige Nachbarstraßen getroffen. Nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes rauschten 37,7 Liter pro Quadratmeter vom Himmel. 104 Keller, darunter die der Hochhäuser im Breidertring, waren abgesoffenen, zog Stadtbrandinspektor Herbert Weber heute Bilanz. Der erste Alarm ging um 19.25 Uhr ein, danach folgten die Notrufe im Minutentakt. Weil die Gullys die Wassermassen nicht fassen konnten, liefen die Keller zuhauf voll. Die Freiwillige Feuerwehr Ober-Roden konnte wegen der Ferien nur knapp 40 Männer und Frauen aufbieten. Weber forderte daher Unterstützung an. Zusätzliche Kräfte kamen aus Mainhausen, Langen und Dietzenbach. Sie waren bis um 5 Uhr am Sonntagmorgen mit dem Leerpumpen von Kellern beschäftigt.

Die Zahl der voll gelaufenen Keller könnte noch größer werden. Denn so mancher Urlauber dürfte die Bescherung erst merken, wenn er wieder nach Hause kommt. Die Leute hätten völlig unterschiedlich reagiert, berichtete der Stadtbrandinspektor. Etliche hätten selbst zu Wassersauger oder Eimer gegriffen, andere verloren die Geduld. Sie hätten zuerst den Notruf 112, dann die Feuerwehrhäuser in Ober-Roden und Urberach und schließlich sogar noch die Polizei angerufen. Diese Mehrfachalarme machten die Lage noch unübersichtlicher als sie ohnehin war.

Glück im Wetterunglück: Nach dem bisherigen Stand der Dinge lief weder Heizöl aus noch gefährdeten frei liegende Stromkabel die Helfer. Abgesoffen waren auch der Jazzkeller und der Keller der Gaststätte „Zur Turnerschaft“. TS-Vorsitzender Peter Hubert und einige Vereinsleute legten die Räume so gut es ging trocken. Ebenfalls ohne Unterstützung der Feuerwehr kam der Wirt des „Piccolo Mondo“ in der Dieburger Straße klar. Das Wasser stand aber nicht im Keller der Pizzeria, sondern etliche Zentimeter hoch auf dem Dach und drückte sich in den Gastraum. Ein Blick auf die tief eingeschnittene Rodau-Böschung am Oberwiesenweg östlich des Badehauses zeugt von wahren Wassermassen: Fast zwei Meter über dem normalen Wasserspiegel hatte die Strömung das Gras plattgedrückt. (lö)

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