Orwischer Kerb

Ignaz thront überm „Dalles“

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Kerbvadder Maximilian Sturm und seine Kerbburschen und -mädchen starteten von der Gallus-Kirche zum Kerbstraußstecken.

Urberach - Die Orwischer Kerb ist für viele der höchste Feiertag im Ort. Vier Tage lang geht es auf den abgesperrten Hauptstraßen hoch her.

Kerb im Urberacher Ortskern heißt auch in diesem Jahr: relativ ruhige Nachmittage und heiße Nächte. Beim Kerbbaumstellen am Samstag wünscht sich der Besucher ein paar mehr Mitfeierer; das Phänomen der ruhigen Nachmittage ist bis zu den Aktiven spürbar. Die Kerbburschen und -mädchen sind noch nicht vollzählig, die Begrüßung der „Delegationen“ durch Moderator Werner Popp fällt kurz aus, erst recht der in diesem Jahr auf ein Minimum gekürzte sonntägliche „Kerbgang“.

Doch wer am Samstag am „Dalles“ miterlebte, wie die Feuerwehr den Kerbborsch namens Ignaz in den markanten hohen Baum setzte, der freute sich mit. Sie zurrte unter Begleitung durch das Jugendorchester des Musikvereins 06 den Ignaz (benannt nach einem Schüler des Apostels Johannes und Kurzform von Ignatius, der Feurige) in der Krone besonders fest, von Werner Popp kommentiert: „Was passt wohl besser nach Urberach als ein feuriger Kerbborsch, der von oben herabschaut!“

Der Anstich des Fasses klappte auf einen Schlag, sodass Bürgermeister Roland Kern und Kerbkommissionssprecher Dieter Hüllmandel eine Runde Freibier spendieren konnten. Die Kerbburschen und -mädchen zogen danach zum Straußstecken durch die Wirtschaften, die Gäste zogen auf die Kerbmeile bis hinunter zum Platz der offenen Arbeit, wo es auch erst etwas später mit „Basement Riot“ schwungvoll und laut losging.

Bilder: Kerb in Urberach

Doch sogar rund um das eher etwas ominös schwankende „5D Virtual Movie Shuttle“ auf dem Platz neben der Sparkasse wurde es zunehmend voller. Gegen Abend ging in bewährter Weise fast nichts mehr in den Zelten der Vereine und der Feuerwehr und zwischen Zuckerwattestand, dem von den Jägerblut-Schützen professionell betreuten Schießstand und der wie immer dicht umlagerten Bühne der Offenen Arbeit. Der KSV warb mit Narrenkappe und Fastnachtsorden für seine Kappenparty am 11. Februar, und die Feuerwehr kreierte wieder nonstop herzhafte Hamburger oder süße Pfannkuchen.

Spätestens beim glockenschlag-pünktlichen Feuerwerk am Samstagabend waren alle in echter Kerbstimmung. Die städtischen Ordnungshüter um Raymond Wehner waren entspannt, denn bislang gab"s keine besonderen Klagen vom Sicherheitsdienst zu vernehmen. Auch am heutigen Kerbabschluss wird sicher schon zur Frühschoppenzeit ab 11 Uhr Hochbetrieb herrschen. (chz)

Bilder zur Orwischer Kerb

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