Freiluft-Gewerbeschau in Ober-Roden

Markttag „Midde noi“ profitiert gestern vom weiß-blauen Himmel

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„Jumping Fitness“ war eine Augenweide bis zu dem Moment, als direkt neben den Köpfen der Trampolinspringerinnen ein Pavillon vom Sturm durch die Luft geschleudert wurde. 

Ober-Roden - Nach dem himmlischen Paukenschlag bei der Eröffnung des letztjährigen Markttags „Midde noi“ war diesmal der Himmel etwas gnädiger. Er ließ die Organisatoren auf der Bühne am Marktplatz erst ausreden, ehe er die Schleusen öffnete.

Das Sonntagswetter entschädigte dann für manchen Samstagskummer. Das optimistische „Da kommt kein Regen!“ des Teams um Manfred Rädlein, dem Vorsitzenden des Rödermärker Gewerbevereins, war beim „Midde noi“-Start am Samstag schnell verpufft. Der Wettergott sorgte dafür, dass die wenigen Besucher sich meist in der Nähe eines der großen Schirme oder eines Pavillondaches aufhielten. Für die derzeit verreiste Magistratsspitze übernahm der ehrenamtliche Stadtrat Werner Popp die Eröffnung – eine Stunde später als geplant, um mehr Menschen die Chance zum Zuhören zu geben, doch Wetter und Fußball-Europameisterschaft machten es den Veranstaltern schwer.

Erst am Samstag gegen Abend war’s einigermaßen gefüllt; der Sonntag hatte dann endlich besseres Wetter. Zu den Vorbereitungen hatten sich Manfred Rädlein Jo Ahrendt und Thomas Rosenblatt eine große Gruppe in Ober-Roden gelandeter Flüchtlinge ins Boot geholt, die emsig halfen. Die Mädels der Fitnessgruppen von Julia Rink traf das Wetter auch in diesem Jahr wieder. Während ihrer Trampolinvorführung wurde ein Pavillon durch die Luft geschleudert – doch sie machten nach kurzer Unterbrechung vergnügt weiter.

Für die Gäste vielleicht angenehmer als für die Anwohner: die vielen Musik-Acts mitten im Herzen Ober-Rodens. Im „Dinjerhof“ lockten ab Freitagabend fast durchgehend Kultur und Musik die Menschen an (wir berichten noch darüber), und auch auf den Bühnen am Marktplatz und am Rathaus war viel Hörenswertes zu erleben. Die Auftaktparty mit zwei DJs am Freitagabend wurde von der Bevölkerung noch nicht recht zur Kenntnis genommen – schade für die Veranstalter und die vielen Helfer, aber vielleicht im nächsten Jahr dann….

Bilder: Markttag „Midde noi“ in Ober-Roden

Am Samstag ging das Markttagsprogramm mit der Band „Tite Squeeze“ und ihrer Sängerin Nadine Behrens kraftvoll los und gestaltete sich über viele lokale Gruppierungen bis hin zur bislang eher unbekannten Ober-Röder Schlager- und Musicalsängerin Lara Schröder und dem swingenden Auftritt des Jazzclub durchgehend sehr hörenswert. Schon allein die Musik war einen Besuch von „Midde noi“ absolut wert, auch auf die Gefahr hin, einmal kräftig nass zu werden. Die Flächen unter den Schirmen und Zelten wurden zu begehrten „Stellplätzen“. Das Essensangebot war bunt gemischt, international und abwechslungsreich.

Die ganz kleinen Besucher konnte sich bei Karussell oder Entenfischen begeistern, während die Eltern plauderten - alles im echten „Midde noi“-Stil. Bei der Gewerbeschau präsentierten mehrere Autofirmen ihre vier- und sogar zweirädrigen Neuheiten, aber auch Fitness-Center und die kleinen Stände mit Armbändern oder Handtaschen, Lebkuchenherzen und Waffeln etwa fanden Zuspruch. Größter Wunsch von Thomas Rosenblatt am Samstagabend bei seinem nicht mehr zu zählenden Fußmarsch von einen zum anderen Ende des Marktbereichs: etwas stetigeres Wetter für Sonntag, damit sich – zumindest bis zum Spiel der deutschen Kicker an frühen Abend – mehr Menschen „auf die Gass“ trauen: „Schließlich tun uns ja auch immer die Aussteller und die Händler so leid, die sich all die Arbeit gemacht haben“. Sein Wunsch wurde erhört. (chz)

Bilder: Markttag „Midde noi“ in Ober-Roden

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