Kai Nees fotografiert Ganoven

Nachbar stoppt Einbrecher an Trinkbornschule

Ober-Roden - Kai Nees ist ein wachsamer Nachbar der Trinkbornschule und hat schon Einbrüche verhindert oder bei der Aufklärung geholfen. Die Polizei sagte jetzt „Danke!“.

Kai Nees (links) hat vom Küchenfenster einen guten Blick auf den Hof der Trinkbornschule. Dieser Tatsache verdankt die Polizei die Festnahme von zwei jugendlichen Einbrechern. Kriminalhauptkommissar Michael Berkefeld bedankte sich in Dietzenbach bei dem aufmerksamen Nachbarn. 

„Der Mann braucht keinen Tatort im Fernseher, er hat das Geschehen direkt vor der Tür.“ Was Erster Kriminalhauptkommissar Michael Berkefeld mit einem Augenzwinkern kommentiert, ist eine mutige Handlung in einer Realität, die oft genug aus Wegschauen besteht. Kai Nees hat mehrfach einen Einbruch in die Trinkbornschule verhindert oder zur Aufklärung beigetragen. Für dieses „vorbildliche Verhalten“ erhielt er in der Polizeistation Dietzenbach einen Dankesbrief von Polizeidirektor Claus Spinnler samt einem Paar hochwertiger Kugelschreiber als kleines Präsent. Vom Esstisch aus kann Nees den Schulhof gut einsehen. „Das ist tatsächlich spannender als ein Fernsehkrimi“, erzählt er. So beobachtete er, wie zwei Jugendliche versuchten, mit einer Eisenstange ein Fenster aufzubrechen. Nachdem Nees sich bemerkbar machte und die Polizei gerufen hatten, entschwanden die Täter schnellstens. Beim zweiten „Live-Tatort“ saß die Familie mit Gästen an der Kaffeetafel und schaute einem Pärchen auf Abwegen zu. „Der junge Mann hatte ein Fenster am Schulgebäude eingedrückt und war schon fast drinnen.“ Einer aus der Kaffeerunde habe gepfiffen, was die beiden zum sofortigen Abrücken veranlasste.

Der jüngste Vorfall ereignete sich im April. Dabei fing alles so harmlos an. „Eine Gruppe Jugendlicher spielte Fußball auf dem Schulhof “, erzählt Nees. Spannend wurde es, als einer der Jungs ein angelehntes Fenster öffnete, hineinkletterte und auch seine vier Kumpels einließ. Mit vermeintlich reicher Beute - zwei Laptops im Wert von etwa 1 500 Euro - verließ das Quartett den Tatort. Kai Nees hatte die Tat nicht nur beobachtet, sondern auch fotografiert. „Wenn man solche Beweise hat, kann man sich angesichts der Aufklärung schon mal entspannt zurücklehnen“, kommentierte Berkefeld. Auf den „gestochen scharfen Bildern“ konnte die von solcherart Unterstützung begeisterte Schulleitung zwei Täter identifizieren. Alles andere war Routine.

Nun lobt Polizeidirektor Spinnler Kai Nees für sein „die besondere Aufmerksamkeit, das schnelle Handeln und die unverzügliche Unterrichtung der Polizei“. Berkefeld fügt hinzu: „Er hat alles richtig gemacht und auch mal nach links und rechts geschaut.“ Das werde er auch in Zukunft tun, verspricht Nees. „Ich bin gespannt, was der Blick aus dem Küchenfenster noch so bringt.“

scho

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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