Unternehmen aus Ober-Roden kämpft für Markenschutz

Razzia gegen Produktpiraten

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Die seit 2015 in Ober-Roden ansässige Magformers GmbH. muss sich mehrmals pro Jahr mit Plagiatoren auseinandersetzen. Die kopieren dreist ganze Bausätze des Magnetspielzeugs, das zum Beispiel in vielen Kitas benutzt wird.

Ober-Roden - Die Firma Magformers aus der Carl-Zeiss-Straße, eigenen Angaben zufolge der weltweit führende Hersteller von magnetischem Konstruktionsspielzeug, fährt schwere Geschütze gegen Produktpiraten auf. Von Michael Löw 

Bei der Spielwarenmesse in Nürnberg hat sie eine Razzia gegen zwei Unternehmen veranlasst, die ihre Produkte kopieren. Plagiatoren - überwiegend, aber nicht nur aus Fernost - machen den Herstellern von Markenartikeln viel Kummer. Sie verkaufen Fälschungen, die dem Original täuschend ähnlich sehen, aber bei weitem nicht dessen Qualität haben. Der deutschen Wirtschaft gehen so Jahr für Jahr Umsätze in Milliardenhöhe verloren. Ein Unternehmen aus Ober-Roden ist bei der Nürnberger Spielwarenmesse gegen Firmen aus Korea und Belgien vorgegangen, die gegen weltweit geltenden Markenschutz verstoßen: Die Magformers GmbH. hat bei einer Razzia an deren Messeständen nachgemachtes Magnetspielzeug beschlagnahmen lassen. Die Plagiatoren dürfen ihre Produkte auch nicht mehr in Nürnberg ausstellen. Das hat Magformers mit einer einstweiligen Verfügung erreicht. Bei einem Verstoß ist eine Geldstrafe von 250.000 Euro fällig.

„Das gehört leider zur Tagesordnung und kommt drei- bis fünfmal pro Jahr vor“, erklärte Armin Breitenbach, der Magformers-Vertriebsleiter, gegenüber unserer Zeitung. Die Produktpiraten fälschen nicht nur einzelne Modelle, sondern sogar ganze Baukästen inklusive einer täuschend ähnlich bedruckten Verpackung. Mit Razzia und einstweiliger Verfügung will Magformers seine Handelspartner in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor Fälschungen schützen. Das Unternehmen, so Armin Breitenbach, investiere im Vergleich zu anderen Herstellern viel Geld in die Entwicklung und die Produktionssicherheit der magnetischen Bauelemente.

Das Besondere daran: Die Magnete stecken in diesen Elementen. Kleine Verbindungsstücke, die Kinder verschlucken könnten, gibt’s nicht. Nach Auskunft von Vertriebschef Breitenbach benutzen 75 Prozent der Kindertagesstätten im deutschsprachigen Raum die Bausätze. Die Razzia bei den belgischen und koreanischen Plagiatoren soll nur ein erster Schritt gewesen sein. Breitenbach hat noch mindestens zwei weitere Firmen in Verdacht, die bei der Nürnberger Spielwarenmesse ihre Billigkopien an den Kunden bringen wollen.

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