Rödermärker wollen ihren Sommerurlaub genießen

Ein bisschen Luxus darf sein

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Exotische Ziele sind in diesem Sommer gefragt: Beliebte Reiseländer wie Ägypten und die Türkei sind Urlaubern nicht mehr sicher genug, in Spanien gibt"s kaum noch freie Betten. Trotzdem wird der Fischmarkt von Jimbaran auf der indonesischen Insel Bali wohl noch lange ein Insider-Tipp bleiben.

Rödermark - Spanien, Bulgarien und Griechenland sind die Gewinner des Reisesommers 2016, die Türkei, Ägypten und Tunesien die Verlierer. Fernreisen werden selbst für Familien zur Alternative für überteuerte Europa-Urlaube. Von Michael Löw 

Die Krisenherde der Welt rücken immer näher an Deutschland heran - so etwas beeinflusst die Urlaubsplanung der Rödermärker stärker als in den Jahren zuvor. Das sind in Kurzform die Ergebnisse einer Umfrage unserer Zeitung bei Reisebüros und -agenturen. Michaela Butz, Chefin „Holiday Land“ in Urberach, könnte ihren Kunden Spanien-Reisen noch und nöcher verkaufen. Festland und Inseln sind begehrt wie schon lange nicht mehr, weil Bombenterror und möglicherweise auch die Politik von Staatspräsident Recep Erdogan die Touristen aus der Türkei vertreiben. „Die Türkei ist der ganz große Verlierer dieses Sommers“, sagt Michaela Butz. Schlimme Anschläge hat es zwar auch in Tunesien und Ägypten gegeben, doch keines dieser Länder treffen sie so hart wie die Türkei: „Die haben viele Urlauber schon als Teil von Europa angesehen!“

Der Spanien-Boom hat natürlich auch seine Schattenseiten. Michaela Butz vergleicht die Auslastung von Hotels und Flugzeugen Mitte Mai mit der Buchungslage wie sonst frühestens zum Beginn der Sommerferien. Besonders schöne Unterkünfte oder günstige Preise seien kaum noch zu kriegen. Die Suche danach mache aber den Reiz ihres Berufs aus.

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Trotz mancher Engpässe bietet die Urberacherin ihren Kunden Ziele an Nord- und Ostsee sowie Bulgarien und Griechenland an. Potenzielle Hellas-Urlauber stehen gelegentlich mit zwiespältigen Gefühlen im Reisebüro. Einerseits würden sie ihr Geld gerne in dem gebeutelten Land ausgeben, andererseits haben sie Angst, wegen der strengen Sparvorgaben aus Berlin und Brüssel stellvertretend für die Bundeskanzlerin mit Steinen beworfen zu werden. Wer die Nachrichten verfolgt, weiß aber, dass die nur bei Demonstrationen in Athen und nicht in den Touristengebieten fliegen.

Michaela Butz" Kunden fragen in dieser Saison verstärkt nach Fernreisen. „Wer 2000 Euro ausgibt, trinkt lieber einen Cocktail unter Palmen als All-inklusive-Urlaub in Spanien zu machen“, bringt sie die Sehnsucht nach Tropenstränden auf den Punkt. Kuba, die Dominikanische Republik, Mexiko, Sri Lanka und Thailand stehen auf der Wunschliste ganz oben. Länder wie Laos oder Kambodscha bleiben etwas für Insider die die asiatischen Klassiker schon gesehen haben.

Die schönsten Partystrände Europas

Die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich und die Olympischen Spiele in Rio spielen in der Planung der Rödermärker absolut keine Rolle. Zur Fußball-WM in Brasilien vor zwei Jahren hatte Michaela Butz noch vier Reisen verkauft. Die sportlichen Großereignisse dieses Sommers werden aber offenbar nur noch übers Internet vermarktet - oft auf eigene Rechnung von UEFA, IOC und ihrer diversen Tochterfirmen.

Südafrika und Namibia zählen ebenfalls zu den Gewinnern des Sommers, sagt Petra Gotta von der „Arbeitsgemeinschaft Südliches & Östliches Afrika“ in Ober-Roden. Natürlich hat auch der Schwarze Kontinent seine Krisenherde, doch die sind weit weg von Kap der guten Hoffnung. Hinzu kommt, dass der Rand, die südafrikanische Währung, in den vergangenen zwei Jahren gegenüber dem Euro rund zwölf Prozent an Wert verloren hat. Das macht, so Petra Gotta, die ohnehin niedrigen Kosten fürs Essen und Trinken nochmals günstiger. Grundsätzlich schauen Rödermärker Reisende nicht auf den letzten Cent, ist die Erfahrung der beiden Fachfrauen. Michaela Butz: „Die Leute reisen am liebsten vier Sterne aufwärts!“

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