Parlamentsmehrheit hält trotz höherer Kosten an Vollzeitstelle fest

Klimaschutzmanager darf bleiben

Rödermark - Trotz gekürzter Zuschüsse beschäftigt die Stadt Klimaschutzmanager Jochen Bury weitere zwei Jahre in Vollzeit. FDP und Freie Wähler halten die Stelle zwar für überflüssig, können sich im Parlament aber nicht gegen die Mehrheit aus CDU, Anderer Liste und SPD durchsetzen.

Seit März 2014 koordiniert Jochen Bury vom Rathaus Ober-Roden aus den lokalen Klimaschutz. Grundlage seiner Arbeit ist das Klimaschutzkonzept, das die Stadtverordnetenversammlung am 13. November 2012 beschlossen hatte. Ein Vierteljahr später stellte sie beim Projektträger Jülich einen Förderantrag für die Stelle eines Klimaschutzmanagers. Das Institut trägt zwei Jahre lang 85 Prozent der Personal- und Sachkosten in Höhe von gut 77.000 Euro. Weil die Förderung am 28. Februar 2017 ausläuft, suchte die Stadt nach einem neuen Partner und fand ihn in der Nationalen Klimaschutz-Initiative.

Die beteiligt sich aber nur noch mit 56 Prozent an den Kosten. Das belastet die Stadtkasse jährlich mit 21.325 Euro, teilte Bürgermeister Roland Kern im Parlament mit. Diese Mehrkosten belasten den Abbaupfad, den die Schutzschirmkommune Rödermark mit der hessischen Landesregierung vereinbart hat und müssen durch Extra-Einnahmen oder Sparen an anderer Stelle ausgeglichen werden. Mit der ebenfalls auf zwei Jahre befristeten Weiterförderung könnten neue Projekte angeschoben werden, warb der Bürgermeister um Zustimmung: mehr Energie-Effizienz in den Kindertagesstätten und anderen öffentlichen Gebäuden oder mehr Unterstützung der Energiegenossenschaft.

Die FDP lehnt Burys Weiterbeschäftigung ab. Auch Zuschüsse seien Steuergelder, die anderswo sinnvoller eingesetzt werden können, sagte Fraktionsvorsitzender Tobias Kruger. Er bezweifelt, dass Deutschland allein das Weltklima retten kann: „Nur zwei Prozent der klimaschädigenden Emissionen werden hier verursacht.“ Die Bilanz des Rödermärker Klimaschutzmanagers - Bury listete in seinem Tätigkeitsbericht unter anderen das „Stadtradeln“, Energie- und Solarberatung sowie Energie-Workshops auf - ist nach Ansicht der FDP wenig überzeugend. Ähnlich argumentierte auch Peter Schröder, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler (FWR). Burys Aufgaben könnten unter den übrigen Mitarbeitern der Bauverwaltung aufgeteilt werden, das „Stadtradeln“ soll ehrenamtlich organisiert werden. Schröder würde die 21.325 Euro Mehrkosten lieber in die Vereinsförderung investieren.

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„Jochen Bury hat ein gutes Fundament geschaffen, auf das aufgebaut werden kann“, hielt der AL-Fraktionsvorsitzende Stefan Gerl den Kritikern entgegen. Die Unwetter der vergangenen Monate, die in Deutschland Milliardenschäden verursacht hätten, zeigten, dass Klimaschutz nötiger denn je ist. Auch Norbert Schultheis (SPD) befürwortete Burys Weiterbeschäftigung. Lokales Klimaschutzmanagement können nicht einfach in der Verwaltung nebenher laufen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Gensert konnte sich einen Seitenhieb auf die FDP nicht verkneifen. Klimaschutz in seiner jetzigen Form sei von der schwarz-gelben Bundesregierung beschlossen worden.Für die Weiterbeschäftigung stimmten CDU, Andere Liste und SPD.

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