Mehr als 500 Häuser aufgesucht

Sternsinger bringen Segen und sammeln für Kinder in Not

Mit besonders kräftiger Stimme sangen die Ober-Röder Gruppen im Rathaus beim Ersten Stadtrat Jörg Rotter.
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Mit besonders kräftiger Stimme sangen die Ober-Röder Gruppen im Rathaus beim Ersten Stadtrat Jörg Rotter.

Rödermark - Sternsinger haben eine anstrengende, aber wunderbare Aufgabe: Segen bringen, Segen sein. Sie tragen den Segen, der ihnen in den Aussendungsgottesdiensten selbst ausgeteilt wurde, weiter in die Häuser. Von Christine Ziesecke 

Zugleich sind sie selbst Segen für viele Kinder weltweit, denen es so viel schlechter geht als ihnen selbst. Sternsinger waren auch dieses Jahr wieder in allen Ortsteilen unterwegs. Für den Segen, der nun meist weiß auf schwarz für ein Jahr über den Haustüren prangt, erhalten sie Spenden, die in diesem Jahr schwerpunktmäßig nach Bolivien gehen (www.sternsinger.de). Für sich selbst bekommen die fleißigen „Könige“ Süßigkeiten als Dankeschön. Die Kinder wurden mit so viel Süßem verwöhnt, dass sie nur einen Teil davon mit nach Hause nahmen. Der Rest geht an Lebensmittel-Verteilstellen wie den Rödermärker Brotkorb, um anderen Kindern eine Freude zu machen. In Ober-Roden waren unter der bewährten Leitung von Wilma Gotta acht Gruppen mit 14 Betreuern unterwegs – freitags wie gewohnt bei den eher öffentlichen Stellen, samstags bei den Menschen, die um einen Hausbesuch gebeten hatten, über 300 an der Zahl. Das ist nur mit viel elterlicher Hilfe wie etwa bei Fahrdiensten möglich, doch das klappt reibungslos.

Mit teilweise neu genähten Gewändern und begleitet von vier neuen, von Udo Rebel gestalteten Sternen zogen die kleinen Könige nicht nur in die Kitas und ins Haus Morija, wo sie mit großen Augen erwartet wurden, sondern spendeten ihren Segen erstmalig auch dem gerade 50 Jahre alten Kirchenpavillon in Waldacker. Auch in Urberach gehen die Sternsinger nicht mehr unangemeldet von Haustür zu Haustür, sondern arbeiten ihre „Bestellliste“ ab. Begleiterin Tanja Hiess warnte die Kinder ein wenig vor, als sie von einem Fenster aus heftig herbeigewinkt wurden: „Wir können schon mal ausnahmsweise ein Haus besuchen, das nicht auf unserer Liste steht, aber generell müssen wir uns an die Anmeldungen halten, sonst schaffen wir das nicht bis Sonntag.“ Kein Wunder bei 212 Meldungen und nur vier Gruppen.

„Wir haben es nicht ganz geschafft, aber wir gehen am Sonntag Nachmittag noch einmal zu jenen, bei denen wir noch nicht waren“, erläutert Diakon Eberhard Utz die ausnahmsweise verlängerte Aktion und die anerkennenswerte Bereitschaft der Kinder und ihrer Gruppenleiter/innen. Der Vorteil der Listen: So wird den Kindern der Frust erspart, an Haustüren nicht willkommen zu sein oder gar nicht geöffnet zu bekommen. Der Nachteil: Jedem Menschen soll der Dreikönigssegen zuteil werden, auch jenen, die zuvor vielleicht nichts davon wussten.

Sternsinger bei Ministerpräsident Bouffier

Doch nun werden die Sternsinger überall mit großen Augen erwartet, wie etwa in der Kita St. Gallus: Dort haben die Kinder kleine Geldbeträge dabei, die sie der fremdländisch aussehenden Gruppe in ihre goldfarbene Sammelbüchse werfen. Dafür bekommen sie sogar einen „Zweitsegen“ an den Holzbalken über dem zentralen Treffpunkt in der Kita.

Großes Glück hatten alle mit dem Wetter: Meist trockenen Fußes und teilweise sogar im Sonnenschein konnten sie ihre Wege durch den Ort machen, so etwa auch am Samstagmorgen hin zum Franziskushaus und zum Seniorenstift „An der Rodau“. Dort strahlten die Augen der betagten Bewohner besonders, und so mancher Zuhörer sang die tradierten und bekannten Sternsingerlieder leise mit: „Wir kommen daher aus dem Morgenland, wir kommen geführt von Gottes Hand. Wir wünschen euch ein fröhliches Jahr - Caspar, Melchior und Balthasar.“

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