Neue Badehaus-Partner ziehen nach einem Jahr positive Bilanz

„Saunaritter“ bekämpfen Defizit

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Michaela Butz ist Geschäftsführerin der „Saunaritter“ GmbH. Dr. Bernhard Strohmeier ist Mitglied im Verein „Saunaritter“ und hält wie viele seiner Vereinskollegen den Schweiß am Laufen.

Urberach - Seit einem Jahr haben die „Saunaritter“ ihre Burg im Untergeschoss des Badehauses. Die Stadt hat die Sauna an sie - genauer gesagt: an eine von ihnen gegründete GmbH - verpachtet, um das Millionendefizit des Badehauses zu senken.

Geschäftsführerin Michaela Butz ist mit den ersten zwölf Monaten überaus zufrieden, sieht aber stets die berühmte Luft nach oben. Die Sauna sollte satte Gewinne abwerfen und das Schwimmbad im 2006 eröffneten Badehaus finanzieren. Diese Aussage eines Bäder-Beraters erwies sich als teurer Irrtum für die Stadt. Das Badehaus macht seither jährlich mehr als eine Million Euro Miese, für rund 200.000 Euro war bis 2015 die Sauna verantwortlich. Erster Stadtrat Jörg Rotter suchte nach einem Partner und fand ihn in den „Saunarittern“. Die pachteten Sauna, Wellnessbereich und Gastronomie am 1. Oktober 2015 für zunächst einmal fünf Jahre. Die als Verein organisierten „Saunaritter“ gründeten dazu eine GmbH, Geschäftsführerin ist Michaela Butz - Weltmeisterin im Extremschwitzen bei 110 Grad.

„Unsere Kalkulation ist bisher aufgegangen“, zog sie gestern ein Fazit der ersten zwölf Monate. Seit der Verpachtung kommen mehr Gäste in die Sauna als zu städtischen Zeiten. 2014 registrierten die Kommunalen Betriebe rund 15.000 Besucher. Genaue Zahlen bleiben Betriebsgeheimnis, nicht jedoch das ambitionierte Fernziel: Spätestens 2018 wollen die „Saunaritter“ jährlich 25.000 Menschen ins Schwitzen bringen.

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GmbH-Geschäftsführerin Butz und Dr. Bernhard Strohmeier vom Verein „Saunaritter“ setzten auf Qualität. Und die bedeutet in einer Sauna vor allem Aufgüsse. Während der Stoßzeiten verdampfen drei Mal pro Stunde Wassergüsse auf den Steinen der Öfen. „Mit soviel Aufgüssen stellen wir sicher, dass sich die Leute nicht schon 15 Minuten vorher in die Sauna setzen müssen“, sagt Michaela Butz. Wird der Andrang extrem groß, kann die GmbH kurzfristig Vereinsmitglieder aktivieren, die aufgießen.

Die Besucher können zwischen Aufgüssen mit Klangschalen, Räucherkerzen, Musik und Eismasken wählen. Mehr als 200 oft selbst kreierte Düfte und ätherische Öle verbreiten Wohlfühl-Atmosphäre. Mittwochs und sonntags haben die „Saunaritter“ eine Zeremonie nach finnischem Vorbild mit fünf Aufgüssen innerhalb kürzester Zeit im Programm. Obwohl die „Saunaritter“ Extremschwitzer sind, muss niemand Angst vor allzu hohen Temperaturen haben - im Gegenteil: Der „heiße Dienstag“ wird künftig von 110 auf maximal 80 Grad runtergekühlt. Nach oben gehen mit den Besucher- auch die Mitarbeiterzahlen. Die „Saunaritter“ fingen mit drei Festangestellten und fünf Minijobbern an, inzwischen beschäftigen sie jeweils doppelt so viele Mitarbeiter. (lö)

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