Katholiken brauchen Geld für Kirchensanierung

St. Gallus: Sparen für den 200. Geburtstag

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Bitte bis 2023 füllen: Ingrid Killian (Verwaltungsrat), Rudolf Dreher (Pfarrgemeinderat), Pfarrer Klaus Gaebler, Bürgermeister Roland Kern und Werner Roth von der Vereinigten Volksbank (von rechts) stellten die Spardosen für die Renovierung der St. Gallus-Kirche vor.

Urberach - Die St. Gallus-Kirche feiert 2023 ihren 200. Weihetag. Bis dahin muss sie für mehrere hunderttausend Euro renoviert werden. Die katholische Kirchengemeinde hat eine Spendenaktion gestartet: Über sieben Jahre hinweg sollen viele Spardosen gefüllt werden.

Wer einen runden Geburtstag feiert, bereitet sich schon einige Zeit darauf vor. Die katholische Kirchengemeinde St. Gallus will ihre Kirche, das Wahrzeichen Urberachs, zum 200. Geburtstag im Jahr 2023 in neuem Glanz erstrahlen lassen. 1823 wurde das an die heutige Traminer Straße grenzende Gotteshaus des großherzoglich-darmstädtischen Baumeisters Georg Moller geweiht. 1986, also 30 Jahre, nachdem der heutige Anbau entlang des Gallus-Platzes angefügt wurde, ist die Kirche zum letzten Mal restauriert worden.

Diese 30 Jahre sind nicht spurlos vorübergegangen. Glücklicherweise wurden bei dieser Renovierung der Turm und Teile des Daches neu gedeckt, so dass jetzt nur noch die übrigen Flächen erneuert werden müssen. Hier dringt bei Regen soviel Wasser ein, dass die Zwischendecke über dem Kirchenschiff durchweicht ist. Allein diese Reparatur soll nach einer ersten Schätzung rund 300.000 Euro kosten.

Zudem muss der Fußboden saniert werden, der durch die Feuchtigkeit vom Untergrund her in Mitleidenschaft gezogen wird: Fliesen springen ab. Zu schlechter Letzt muss sich die Kirchengemeinde Gedanken um die Elektro-Heizung machen, die ein wahrer Stromfresser ist. Was die Urberacher Katholiken dafür aufbringen müssen, ist nach Auskunft von Pfarrer Klaus Gaebler völlig offen, es gebe noch keinen Kostenvoranschlag.

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„Es gibt also viele Dinge, die da auf uns zukommen und Geld kosten werden“, sagt Gaebler. „Deshalb bitten wir Sie schon heute um Ihre finanzielle Mithilfe und würden uns freuen, wenn Sie uns unterstützen würden.“ Kreative Geister aus der Gemeinde haben kleine Spardosen vorbereitet, die die Vereinigte Volksbank spendiert hat. „Manche werde jetzt vielleicht denken: aber es ist doch noch eine so lange Zeit bis dahin!“, weiß der Pfarrer um die Langzeitwirkung dieser Spendenaktion. Doch sie könnte sich lohnen: Wer bis zum Kirchengeburtstag in sieben Jahren pro Woche einen Euro in die Sparbüchse steckt, hat einen Betrag von 364 Euro zusammen. Und wenn dem Beispiel 500 Leute folgen, ständen 182 000 Euro auf dem Spendenkonto.

Einen ebenfalls sechsstelligen Betrag für die Kirchenrenovierung planen Pfarrer und Verwaltungsrat aus dem Verkaufserlös des Gallusheim-Geländes ein. Das hat die Kirchengemeinde an eine Immobiliengesellschaft verkauft, die dort 13 (Reihen-)Häuser baut. Die Spardosen sind im Pfarrbüro St. Gallus und in der Kirche erhältlich. Dort können sie gefüllt auch schon vor dem Jahr 2023 abgegeben werden. Das Pfarramt stellt Spendenbescheinigungen aus. (lö)

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