Vorstand des Gewerbevereins beklagt fehlende Unterstützung

„Haben nur dreieinhalb echte Helfer“

Rödermark - Der Gewerbeverein blickt mit einer gehörigen Portion Skepsis in die Zukunft. Die Konkurrenz aus dem Internet bringt Einzelhändler und Dienstleister in Bedrängnis, und zugleich engagieren sich immer weniger Mitglieder bei Veranstaltungen.

Der neu konzipierte Markttag Ende Juni soll zeigen, dass Ober-Roden trotz mancher Widrigkeiten ein guter Ort zum Einkaufen ist. Die Jahreshauptversammlung des Gewerbevereins Rödermark war ein Abend der Berichte und Diskussionen. Vorsitzender Manfred Rädlein und sein Stellvertreter Hans Jürgen Arendt stellten unter anderem das überarbeitete Konzept des Markttages „Midde noi“ vom 24. bis 26. Juni vor. Der steht auf vier Säulen: Am Marktplatz beginnt die Eat & Meet-Meile, er ist außerdem das Zentrum aller Aktivitäten des Einzelhandels und Standort einer Bühne. Die zweite wird am Rathaus aufgebaut, dazwischen präsentieren Aussteller aus vielen Branchen Waren und Dienstleistungen. Der „Dinjerhof“ wird einmal mehr zum kulturellen und kunsthandwerklichem Herzstück einer Ortskernveranstaltung. Neu ist eine kleine Baumesse bei „Löwe Fenster“ im Gewerbegebiet. Eine Pferdekutsche transportiert Schau- und Kauflustige dorthin.

Beim „Midde noi“-Markttag würde Rädlein - wie schon beim Frühjahrsmarkt am 19. März - Arbeit und Verantwortung gern auf mehr Partner verteilen: Die Stadt fungiert als Veranstalter, der Gewerbeverein organisiert die Details, Geschäfte, Vereine, Kirchen und andere Gruppen steuern gute Ideen bei. Denn der Gewerbeverein ist nach Ansicht seines Vorsitzenden personell längst an seine Grenzen gestoßen: „Wir haben zwar 170 Mitglieder, aber bei „Midde noi“ nur dreieinhalb echte Helfer!“ Während Einzelhändler wenigstens noch ihre Geschäfte öffnen und sich die ein oder andere Attraktion für ihre Kunden einfallen lassen, zeigen Handwerker Rädlein und seinen Vorstandskollegen Hans Jürgen Arendt und Thomas Rosenblatt meist die kalte Schulter, weil sie mit Aufträgen ohnehin ausgelastet seien.

Baustelle im Gewerbegebiet

Herbert Schneider präsentierte bei der Hauptversammlung ein Coupon-Heft, mit dem Gewerbetreibende ihre Kunden das ganze Jahr über mit Rabatten binden können. Damit will der Vorstand an den Erfolg der Gutscheine anknüpfen, die viele Vereine inzwischen anstelle von Präsentkörben verschenken.

Ein dickes Lob richtete Rädlein an das IC Rödermark: Ohne die städtische Wirtschaftsförderung wären einige Veranstaltungen gar nicht mehr möglich. Weitere Impulse soll die Gesprächsrunde „Talk im Turm“ mit Stadt, Politik, Verbänden und Bürgern bringen. „Ohne eine starke Wirtschaftskraft gibt es keinen finanziellen Spielraum für Leistungen an die Bürger“, mahnte der Gewerbevereinsvorsitzende Verwaltungsspitze und Parteien, dass Politik nicht nur aus Sozialem, Kultur und Integration bestehen dürfe. Ohne Ergebnis verlief die Diskussion über Kandidaten für die 2017 anstehende Vorstandswahl.

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