Familien wissen nicht, wohin mit den Kindern

Wieder zu wenig Betreuungsplätze

Urberach - Etliche Urberacher Kinder bekommen nach den Sommerferien keinen Platz in der Grundschul-Betreuung. Ihre Eltern kritisieren Stadt und Kreis. Auch die FDP beklagt Versäumnisse bei Betreuung und Mensabau.

Alle Jahre wieder: Urberacher Eltern sorgen sich um die Betreuung an der Schule an den Linden. Elf Kinder - so jedenfalls der Stand von gestern - haben bisher noch keinen Platz. Das sind zwar deutlich weniger als vor einem Jahr; damals standen mehr als 50 Namen auf der Warteliste. Die Sorgen der Eltern sind aber die gleichen: Job und Familie lassen sich ohne Betreuungsplatz nicht miteinander in Einklang bringen. „Familien werden in ihrer Existenz bedroht, da sie ihre Arbeitsplätze verlieren“, schreiben Iris Roller, Ramona Rippert und Peter Zelinger, die teils schon 2015 für mehr Betreuungsplätze gekämpft haben.

Die Eltern befürchten zudem einen schwierigen Schulstart ihrer Kinder, überwiegend Erstklässler. Sie könnten nicht mit ihren Klassenkameraden in die Betreuung gehen, sondern seien von der Gemeinschaft ausgeschlossen. Ihre Kritik richtet sich an Kreis und Stadt. Die voriges Jahr angekündigte gemeinnützige Gesellschaft des Kreises, die die Betreuung in mehreren Grundschulen übernimmt, sei noch nicht in Erscheinung getreten, der Bau einer Mensa mit 200 Plätzen auf dem Schulhof lasse auf sich warten. Rödermark baue einen U 3-Kindergarten nach dem anderen, schimpfen die Eltern, für Grundschüler gebe es keine Plätze.

Ihnen bleibt nur die Hoffnung, dass bis zum Beginn des neuen Schuljahres elf Familien ihre Kinder wieder aus der Betreuung abmelden. Auch die FDP fragt, wie es mit der Schulkindbetreuung in Urberach weitergeht. Der Mensabau hätte schon seit Ende 2015 begonnen sein sollen, aber bisher sei nichts zu sehen. „Der Magistrat ist in der Bringschuld“, fordert Fraktionsvorsitzender Tobias Kruger Klarheit.

„Die Bauarbeiter legen in den Sommeferien los“, sagte Erster Stadtrat Jörg Rotter gestern Nachmittag auf Anfrage unserer Zeitung. Das Betreuungsgebäude soll spätestens bis zu den Sommerferien 2017, eventuell aber schon im April, bezugsfertig sein. Die Stadt, so Rotter, werde alles tun, damit die elf Kinder einen Betreuungsplatz bekommen: „Aber ich kann"s nicht versprechen.“ Der Sozialdezernent erinnerte jedoch an den Kraftakt, den die Verwaltung voriges Jahr unternahm, als über 50 Plätze gefunden wurden, und hofft, auf eine Wiederholung. (lö)

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