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Alte Schnecken wollen nicht mehr

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In Eigenhilfe und mit Ersatzteilen aus Holland konnten die Stadtwerke - im Bild Klärwerkmeister Hubert Neubauer (links) und Stadtwerkechef Normann Otto - einen Lagerschaden an der Regenwasserschnecke im Hebewerk beseitigen. Die sogenannte Trockenwetterschnecke (rechts), deren Technik aus dem Jahre 1961 stammt, ist nach einem Wellenbruch nicht mehr zu reparieren. © paw

Seligenstadt - Wie wichtig Investitionen in die anfälligen abwassertechnischen Anlagen der Stadt Seligenstadt sind, verdeutlichte Normann Otto, der Technische Betriebsleiter der Stadtwerke, in der Sitzung der Stadtwerke-Betriebskommission.

Einer der zentralen Anlagenteile an der Steinheimer Straße ist das sogenannte Schneckenhebewerk, das aus einer Trocken- und einer Regenwetterschnecke besteht. Beide Elemente haben die Aufgabe, das ankommende Abwasser der Altstadt und des mittleren Stadtteils zu heben, über die dortige Pumpstation zur Kläranlage zu fördern - und dabei ein gesegnetes Alter erreicht. Fällt das Hebewerk mit seinen Schnecken aus, staut sich das Abwasser im Kanalnetz und im Regenüberlaufbecken an und fließt, bei Überschreitung einer festgelegten Einstauhöhe, ungeklärt in den Main. Eine Katastrophe!

„Genau an dieser Stelle hat sich vor kurzem ein Schadensfall ereignet. Die Nachbarschaft im Umfeld der Pumpstation an der Steinheimer Straße wurde Ende Juni durch sehr starke Laufgeräusche des Schneckenhebewerkes aufgeschreckt. Die Mitarbeiter der Kläranlage legten die betroffene Trockenwetterschnecke, die etwa acht Meter lang ist, still und verlagerten den Betrieb auf die größere Regenwetterschnecke. Von daher konnte man das dortige Umfeld beruhigen“, schildert Stadtwerkechef Normann Otto die Situation.

Lagerschaden in der Kläranlage

Während der Reparatur sei festgestellt worden, dass die Trockenschnecke gebrochen und somit kaum mehr zu reparieren war. „Unglücklicherweise hatte nunmehr die große Regenwasserschnecke vor gut drei Wochen tatsächlich einen Lagerschaden. Mit sehr viel Mühe und Aufwand konnten das Betriebspersonal der Kläranlage mit der Betriebsleitung ein Ersatzlager aus den Niederlanden erwerben und anschließend einbauen. Die niederländische Firma konnte den Stadtwerken tatsächlich solch ein Ersatzlager der betreffenden Baureihe zur Verfügung stellen - aus dem Jahr 1961“, so Otto weiter.

Die Betriebsleitung habe daraufhin in der letzten Sitzung auf die Dringlichkeit des neuen Abwasserpumpwerkes hingewiesen und somit auf die Bewilligung des Nachtrages gedrängt. „Die Aufrechterhaltung eines ordnungsgemäßen Betriebes der Abwasseranlage ist ohne das neue Abwasserpumpwerk auf Dauer nicht zu gewährleisten. Die Betriebssicherheit ist stark gefährdet.“ Es müsse alles getan werden, um einen kompletten Ausfall des Hebewerkes zu vermeiden. „Es sollen Ersatzteile der noch einzigen in Betrieb stehenden Schnecke und genügend Notfallpumpen bis zum geplanten Baubeginn Februar/März 2015 vorgehalten werden“, so die Bürgermeisterin abschließend.

mho

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