Stadt und Polizei kontrollieren regelmäßig

Anwohner klagen über Verkehr in Klein-Welzheim

+
Ein Halteverbot an der Ampel in der Kettelerstraße soll die Sicht der Autofahrer auf dort wartende Fußgänger verbessern.

Klein-Welzheim - Anwohner klagen über Raser auf der Durchgangsstraße, fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder. Auch für Stadt und Polizei ist der Verkehr in Klein-Welzheim ein Thema, die Geschwindigkeit wird regelmäßig kontrolliert. Größere Ausreißer oder Unfallhäufungen seien allerdings nicht zu verzeichnen. Von Katrin Stassig

Rot-weiße Bänder mit der Aufschrift „Polizeiabsperrung“ sind zwischen den Bäumen gespannt, ein Gitter steht vor einem plattgedrückten Zaun und verbogenen Pfosten. Einige Meter dahinter beginnt ein Spielplatz. Die Spuren eines Autounfalls an der Ortsausfahrt Richtung Mainflingen sind für die Anwohner ein Beleg dafür, dass Verkehrsteilnehmer in dem Stadtteil immer wieder zu schnell unterwegs sind. Die Klein-Welzheimerin Sabine Winter, deren Eltern an der Kettelerstraße wohnen, spricht von „Schönwetterraserei“, von Autos und Motorrädern, die dort mit mehr als den erlaubten 50 Kilometern pro Stunde unterwegs sind. Die Mutter erzählt, wie sie mit ihrem kleinen Kind beim Überqueren der Straße fast über den Haufen gefahren worden wäre – von einem Autofahrer, der die rote Ampel missachtet habe. Und dann jener Unfall nahe des Spielplatzes an der Jakob-Hetzer-Straße, der sich zum Glück nachts ereignete, nicht tagsüber, wenn dort Kinder spielen.

Der Verkehr, das wird aus Sabine Winters Schilderungen deutlich, ist in Klein-Welzheim kein neues Thema – auch nicht für Stadt und Polizei, an die sich die Anwohner immer wieder mit der Bitte um Abhilfe wenden. Erste Stadträtin Claudia Bicherl weist darauf hin, dass es sich bei der Kettelerstraße um eine Kreisstraße (K 185) handelt, die Zuständigkeit damit eigentlich nicht bei der Stadt liegt. Dennoch, das Ordnungsamt messe dort regelmäßig die Geschwindigkeit; die Fußgängerampel wurde aufgestellt, um den Schulweg der Kinder sicherer zu gestalten. Viel mehr Möglichkeiten gebe es nicht. „Das ist nun mal eine Hauptstraße“, sagt Bicherl, und da gebe es Durchgangsverkehr.

Auch die Polizei ist regelmäßig für Geschwindigkeitskontrollen an neuralgischen Punkten vor Ort, unter anderem an der Kurve zur Mainflinger Straße nahe des Spielplatzes. Zu den Schwerpunkten bei Geschwindigkeitsmessungen zählen neben dem Bereich ortsauswärts die Kettelerstraße und die Schulwege. Auch auf Anregungen von Anwohnern reagierten die Beamten, sagt Seligenstadts Polizeichef Josef Michael Rösch. „Wir nehmen das ernst, wenn die Leute sich beschweren.“ Er ermuntert die Anwohner, Auffälligkeiten zu melden und – falls ihnen notorische Schnellfahrer auffallen – das Kennzeichen zu notieren. Dann könne seitens der Polizei eine gezielte Ansprache erfolgen.

An Hauptverkehrsstraßen gebe es oft Klagen, dass zu schnell gefahren werde. Von „Rasern“ sprechen die Beamten jedoch erst, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mindestens 30 Kilometer pro Stunde überschritten wird. Als Spitzenreiter verzeichnete die Polizei einen Fahrer, der Richtung Ortsausgang mit 23 km/h zu schnell unterwegs war. „Aber wir kennen diesen Schwerpunkt“, betont Rösch, die Polizei versuche dem durch erhöhte Präsenz entgegen zu wirken. In den vergangenen anderthalb Jahren (2015 und erste Hälfte 2016) registrierte die Polizei auf der Kettelerstraße zwei Verkehrsunfälle, bei denen geparkte Pkw gestreift und beschädigt wurden. Hinzu kam der eingangs geschilderte Vorfall an Ostern: Am 28. März um 1.20 Uhr verlor eine junge Frau unter Alkoholeinfluss die Kontrolle über ihren Wagen.

Der Bußgeld-Katalog für Temposünder

Das Thema Schulwegsicherung haben die Beamten laut Rösch ebenfalls im Blick. Bei Begehungen werde der Weg mit den Kindern geübt, auf kritische Punkte aufmerksam gemacht. An der Schule gab es im vergangenen Jahr die Aktion „Blitz for Kids“, eine Verkehrskontrolle gemeinsam mit Schülern, die Autofahrern „gelbe Karten“ überreichen durften.

Von der Situation an der Fußgängerampel in der Kettelerstraße hat Rösch sich kürzlich nach Meldungen von Anwohnern vor Ort ein Bild gemacht. Dort war aus Richtung Seligenstadt die Sicht auf wartende Fußgänger durch parkende Autos eingeschränkt. Er habe deshalb im Gespräch mit dem Bürgermeister ein Halteverbot angeregt. Eine Maßnahme, die die Stadt bereits umgesetzt hat.

Kommentare